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Wie beginnt man die Schilderung über eine
Reise in ein Land, das ich bisher nur aus Kinofilmen und Fernseh-Doku’s kenne? Wie beschreibt man die Begegnung mit einem
Land, welches von vielen Europäern geliebt wird, aber ich noch nie
Interesse dafür gezeigt habe? Und überhaupt: wer will schon wissen,
dass ich erst aus dem Reiseführer erfahren habe warum der so
genannte ewige Schnee am Kilimanjaro doch nicht ewig ist. Und
trotzdem weiß ich bereits einiges über dieses Land: ich weiß, dass
Bernhard und Michael Grzimek mit ihrem Film
über die Serengeti berühmt wurden. Nicht nur mit dem Film,
nein – auch mit ihrer Arbeit und dem unermüdlichen Bemühen Menschen,
Land und die darin lebenden Tiere schützend zu vereinen. Mir fallen
Hardy Krüger und John Wayne ein, die als wilde
Raubeine mit Jeeps durch die Serengeti rasten, um Wildtiere
für europäische Zoos zu fangen. Nicht unbedingt im Sinne von Vater
und Sohn Grzimek, doch der Film „Hatari" zeigte (und
zeigt noch immer!) auch traumhaft schöne Bilder des Landes. Und dies
bereits in Cinemascope und Technicolor! Unvergesslich die Szene mit
einem zahmen Geparden auf einem Polstersessel neben Elsa
Martinelli – sie mit Zigarette in der Hand, vor ihr John Wayne
mit einem Whiskyglas in der Rechten.
Und
dann noch die Geschichte von Hardy – Mister Hardy
– der während der Dreharbeiten zu „Hatari" sich unsterblich
in das Land verliebte, ein großes Stück Land mit dazugehöriger Ranch
kaufte und diese später zu einer Safari- und Wildlife-Lodge
ausbaute. Das war 1961. Diese Lodge existiert heute noch, sie heißt
„Momella" und liegt am Rand des heutigen
Arusha-National-Parks am Fuß des Mount Meru, dessen beide
Gipfel sich gerade aus den Wolken schälen. Ich sitze vor einem
kleinen, mit Stroh gedeckten Gästehaus (übrigens das gleiche, in dem
vor 50 Jahren Elsa Martinelli logiert hat – sagt der
Manager, aber darüber später) und beginne die Geschichte unserer
unvergesslichen Reise in diesem Land aufzuschreiben:
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Tansania – unbekanntes
Afrika
16. Juli bis 7. August
2009
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Eingangs zuerst eine Anmerkung:
Die eigentliche GEA-Reise beginnt erst am 21. Juli mit Ankunft in
Arusha und endet am 31. Juli mit der letzten Übernachtung
wiederum in Arusha. Für uns war aber wichtig, dieses
faszinierende Land auch außerhalb einer Gruppe zu erleben, sozusagen
tiefer hinein zu schnuppern. Liegt in der Natur der Füchse...

Donnerstag, 16. Juli
Ankunft Kilimanjaro-International-Airport um etwa 20:00 Uhr.
Afrika! Wir sind in Afrika! Noch ist es nicht wirklich fassbar, aber
morgen beginnt ja das große Entdecken. Ein Taxi bringt uns nach
Moshi, gelegen am Fuß des höchsten Berges von Afrika. Erste
Eindrücke bleiben aus – es ist stockdunkel draußen. Dafür sind die
Gerüche umso intensiver, wenn auch manchmal mit einer Wolke
Diesel-Abgas vermischt. Das Taxi hält vor dem Buffalo-Inn,
todmüde fallen wir wenig später ins Bett im „Executive-Room".
Ich
weiß nicht, welcher Kategorie „Executive-Room" angehört.
Sicherlich ist aber Lärm nicht ein Ausstattungsmerkmal. Wir genießen
ihn mehrfach, das einzige Fenster grenzt ans Nebengebäude und hier
direkt zu einer Bar…
Freitag, 17. Juli,
Moshi
Nach dem Frühstück übersiedeln wir in den zweiten Stock: „Double
Room, self contained". Ein Eckzimmer mit zwei Fenstern, jenes
nach Süden mit Panoramablick auf den Kilimanjaro, den
höchsten Gipfel Afrikas. Allerdings erst am Nachmittag, wenn sich
die ihn umgebenden Wolken aufgelöst haben.
Jetzt,
am Vormittag, erster Gang in die Stadt. Geldwechseln, Telefonkarte
kaufen, Hineinschnuppern in das emsige Treiben und – fast
pausenlosem Beantworten von vielerlei Fragen! Dazu gehört auch das
Ablehnen der unzähligen Kaufangebote und Vermittlungsversuche. Die
Erwähnung, dass wir gerade angekommen sind, löst eine wahre Euphorie
aus – ich denke, wir müssen unsere Taktik ändern.
Um die
Mittagszeit sind wir Richtung Markt unterwegs. Märkte sind
unwiderstehlich und faszinierend, der Kontakt mit Einheimischen
aufregend. Dabei ist es ein nicht unerheblicher Vorteil, wenn man
zumindest einige Worte in der Landessprache spricht – in diesem Fall
Kisuaheli (Swahili). Nun ist Sam an der Reihe.
Sam ist ein etwa 16jähriger Bursch, der neben Englisch auch
einige Worte in Deutsch spricht. Er ist plötzlich an unserer Seite,
bietet nichts zum Verkauf an, will keine Safari vermitteln und auch
der Kili (wir dürfen ihn jetzt so nennen) ist nicht in seinem
Repertoire. Er will uns nur begleiten, will neue deutsche Worte
lernen. Seine Begleitung erweist sich als überaus wertvoll.
Besonders in den tiefen Winkeln des Marktes, wohin wir uns allein
niemals verirrt hätten. Kurz und gut – nach dem ausgiebigen Rundgang
kann Sam etwa 8 deutsche Worte mehr und wir grüßen und danken
fließend in Kisuaheli. Na ja, vielleicht nicht ganz so
fließend, aber immerhin! Sam begleitet uns noch zum Hotel zurück und
bedankt sich mit deutschen Worten für das erhaltene Trinkgeld.
Natürlich bietet er uns für morgen wieder seine Dienste an, doch da
haben wir bereits eine andere Verabredung.
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Blick aus dem
Hotelfenster zum Kilimanjaro am späten Nachmittag
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Bunte Marktszenen auf
dem Markt in Moshi
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Transportiert wird vieles -
ein Fahrrad ist eine große Erleichterung |
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Die Auswahl an Gemüse ist
groß und wird schön geschlichtet präsentiert |
>>>an
den Anfang
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Am
frühen Abend suchen wir das „Salzburger Cafe and Steak House"
auf. Der Besitzer, Terevaeli Urio, hat die
Tourismusschule in Kleßheim/Salzburg besucht. Er lebte damals bei
der Familie Kaufmann, die ihn
sehr unterstützte und förderte. (Wilhelm Kaufmann ist der Vater von
Eva Schröcksnadel und Begründer der Städtepartnerschaft Salzburg -
Singida, womit sich der Kreis zum Tansania-Zentrum in Salzburg
schließt!). Seit dieser Zeit ist er Österreich
und besonders natürlich Salzburg sehr zu Dank verbunden und freut
sich über jeden Besuch aus seiner, wie er sagt, „zweiten Heimat".
Selbst Heinz Schaden, Bürgermeister von Salzburg, hat ihn
bereits besucht. Stolz zeigt Terevaeli ein Buch über die
Stadt Salzburg mit persönlicher Widmung von Heinz Schaden. Es
wird ein langer Abend in seinem sehenswerten und kuriosen
Restaurant, der Stoff fürs Geschichten erzählen geht nicht aus. Zu
später (!) Stunde verfrachtet er uns kurzerhand in sein Auto und
bringt uns damit zum Hotel – das Bestellen eines Taxis lehnt er
entrüstet ab.
Samstag, 18. Juli, Moshi
Der
zweite Tag beginnt nicht gut. In einer Stimmungsskala befänden wir
uns im absoluten Minus. Zuerst stellen wir fest, dass aus unseren im
„Hotel-Safe" gelagerten Wertsachen Bargeld fehlt. Dazu muss gesagt
werden, dass wir äußerst „blauäugig" gehandelt haben, denn der so
genannte Hotel-Safe entpuppt sich als Kasten in einem Gästezimmer.
Zwar neben der Rezeption gelegen, aber somit auch mit Zugang von
–zig Hausmitarbeitern. Ok, wieder dazu gelernt.
Dann
taucht Richard auf und will Geld von uns. Richard ist
ein Guide, den wir über Vermittlung von Hertha kontaktiert haben und
der heute für uns einen Ganztages-Ausflug organisieren sollte. Er
braucht Geld vorab, damit er Auto plus Treibstoff und Lunch-Box
besorgen kann. Ich erkläre ihm, dass wir zuerst das Auto sehen
wollen und am Weg dann tanken und einkaufen können. Missmutig
willigt er ein, kommt dann mit ziemlicher Verspätung in einem „ramshakle"
Taxi (in Österreich kriegt er dafür locker die vieldiskutierte
Schrottprämie…) samt Fahrer und los geht’s. Das heißt, zuerst USD
wechseln, dann Lunch-Box und Wasser besorgen und mit dem letzten
Tropfen Treibstoff in eine Tankstelle zum Auftanken. Die Tankanzeige
leuchtet dunkelgelb seit unserer Abfahrt beim Hotel!
Unser
Ausflugsziel ist die Gegend um Marangu an den Ausläufern des
Kilimanjaros. Der Fahrer erweist sich als
Möchtegern-Rennfahrer, was zur Folge hat, dass nach kurzer Zeit das
Vehikel steht und Wasserdampf aus der Motorgegend aufsteigt. Kurz
darauf ein dumpfer Knall – bereits bei geöffneter Motorhaube – und
eine Wasserfontäne gleich einem Geysir erfreut die bereits zahlreich
herbeigeeilten Helfer. Dieses Schauspiel wiederholt sich noch
zweimal, dann setzen wir den Weg zu Fuß fort. Das ist weit schöner
und angenehmer wie sich sofort herausstellt, zumal die wildwüchsige
Vegetation rundum nun viel besser zu genießen ist. Wir landen bei
einem Dorf der „Chagga", wo sich der Besuch einer Schmiede
als tourist-trap herausstellt. Wir nehmen es mit Humor,
lächeln zu allen Darbietungen höflich und verneinen freundlich aber
bestimmt den Kauf von Speeren und sonstigen gefährlichen Werkzeugen
mit dem Hinweis, dass dies im Flugzeug nicht zum erlaubten
Handgepäck zählt!
Die
Wanderung zu einem Wasserfall ist dann so ganz nach unserem
Geschmack, der Wald rundum einfach atemberaubend. Auf dem Rückweg
queren wir Bananen- und Kaffeeplantagen und entdecken
farbenprächtige Blumen im Unterholz. Das Auto hat sich mittlerweile
auch erholt und ein letzter Abstecher bringt uns zum „Marangu-Gate"
wo jährlich Tausende von Touristen die Besteigung des
Kilimanjaros beginnen. Interessante Details wie Höhenangaben,
Wegzeiten etc. sind hier zu lesen, sowie Statistiken über
Bergsteiger, die den Gipfel erreicht haben und/oder auch nicht. Beim
Studium der Auflistungen über die Rettungseinsätze, welche
höhenkranke (weil sich selbst überschätzende) Touristen wieder ins
Tal brachten, gelangen wir beide zur Ansicht, dass der Untersberg im
Salzburger Land eigentlich ganz wunderbar für uns ist…
Ein
leicht brodelndes Taxi bringt uns zurück nach Moshi, morgen
werden wir mit dem Shuttle-Bus nach Arusha fahren.
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Salzburg als Partnerstadt von
Singida und als Cafe-Haus in Moshi
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Unser Ausflug mit dem
Wasserfontänen-Taxi nach Marangu
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Markt im Dorf Marangu - die
Ware wird weither angeliefert
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Bananen- und Kaffeeplantagen
in einer urwüchsigen Landschaft
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Der zauberhafte
Ndoro-Wasserfall an den Ausläufern des Kilimanjaros |
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Ein Wildtier der kleineren
Art: ein Chamäleon
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>>>an
den Anfang
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Sonntag, 19. Juli, Arusha
Arusha am Sonntag ist eine Wohltat. Sagt Hertha, die uns am
Busstopp beim Impala-Hotel abholt und zum Meru-House-Inn
bringt. Wir beziehen ein ruhiges, luftiges Zimmer im zweiten Stock.
Ursula macht Kleinwäsche und ich bastle die dazugehörige
Wäscheleine, da unsere „Reiseleine“ den Weg nach Afrika nicht
angetreten hat. Absolut OSKARL-reif ! Siehe extra Beschreibung
weiter unten.
(Wer jetzt
mit dem Begriff OSKARL nichts anzufangen weiß – hier die Erklärung:
im Brennstoff
[schon
wieder]
wird diese Auszeichnung an Improvisierer und Innen verliehen.
Geglückte Beispiele aus dem Alltag sind dort bestens aufgehoben und
werden der werten Leserschaft zugänglich gemacht).
Aber
zurück nach Arusha, wo nach dem Wäscheversorgen ein erster
Ausgang lockt. Die, laut Reiseführer angekündigten, in Massen
auftretenden „Fly-Catcher“ (Touristenfänger) haben ihren
freien Tag, unbehelligt streifen wir in Richtung Stadtzentrum. Aus
einer Gasse ertönt laute Musik, das macht neugierig. Vor allem, wenn
es sich um eine „Brass-Band“ handelt, die mit vielerlei
Getöse eine scheinbar sehr fröhliche Gesellschaft unterhält. Wir
betreten einen Innenhof mit vielen geparkten Autos, im Hintergrund
eine breite Eingangstüre zu einem Saal. Kaum haben wir das
herausgefunden, kommen zwei freundlich lächelnde Männer auf uns zu.
Einige Worte gewechselt und flugs sind wir eingeladen! Einfach so!
Ich fasse nun zusammen: Erstkommunion eines zehnjährigen Mädchens,
die kirchlichen Zeremonien waren mittags, jetzt folgen die
weltlichen. Etwa 120 Personen sind anwesend, ein Zeremonienmeister
leitet die Veranstaltung, es wird getanzt, viele Geschenke
übergeben, es herrscht ungemein fröhliche Stimmung. Und mittendrin
sitzen zwei Salzburger als Ehrengäste, die nicht wissen wie ihnen
geschieht! Und am Ende des Festes – es ist bereits 21:00 Uhr und
dunkel – werden wir mit einem mit bunten Luftballons geschmückten
Auto direkt zu unserem Hotel gebracht.
Also
ehrlich – meine Erstkommunion war dagegen stinklangweilig…
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Für eine
Wäscheleine braucht man einen Plastiksack plus
Nagelschere...
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...schneidet aus dem Plastik neun schmale Streifen...
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...flicht jeweils drei zu einer Schnur...
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...schön
schmal und fest...
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...verknüpft die so entstandenen drei Schnüre zu einer
einzigen...
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...und die
Wäsche kann ohne Kluppen aufgehängt werden!
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Eine
Erstkommunion-Feier mit viel Drumherum
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Es wird
eifrig getanzt...
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...und man ist
rundum fröhlich!
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Zum Abschluss
werden viele Familien-Fotos gemacht |
>>>an
den Anfang
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Montag, 20. Juli, Arusha
Was ich
noch nicht erwähnt habe: es ist kühl in Arusha. Mount Meru
sorgt für Abkühlung und bedeckten Himmel am Morgen, die Wolken lösen
sich erst so ab Mittag auf. Ursulas Tanzeinlage von gestern Abend
beschert ihr ein schmerzendes Knie, so bin ich am Vormittag alleine
unterwegs ins Zentrum. Ein Internet-Cafe liegt am Weg, ein kurzes
mail nach Salzburg tritt wenig später seine Reise an. Überraschung
dann um die Ecke: John Mataro, den ich aus Salzburg kenne,
ist mit einer Gruppe aus Niederösterreich unterwegs. John hat vor
einigen Jahren bereits mit „World-Wide-Active“, einem
Reiseveranstalter in Salzburg, einige Touren in Tansania organisiert
und ich habe damals die Präsentationen dazu produziert. Und jetzt
treffen wir uns inmitten der Stadt Arusha – Afrika ist doch
klein, oder?
Der
Rückweg führt mich über den Central-Market, gestärkt durch
unsere Einschulung in Moshi, wage ich mich hier alleine
durch. Mittendrin ein Lokal im ersten Stock, von dort oben gibt es
einen herrlichen Überblick (und natürlich Fotografierstandplatz).
Schier unerschöpflich scheint die Auswahl an Gemüse: Tomaten,
Karotten, Gurken, Melanzane, Avocado, Kraut, Bohnen, Fisolen usw.
Alles säuberlich geschlichtet und gestapelt. Derselbe Anblick und
die unermessliche Auswahl beim Obst, weiter dann bei Reis und
Hülsenfrüchten, Mais und Getreideprodukten, Gewürzen und Fisch, der
meist getrocknet oder eingesalzen verkauft wird. Im rückwärtigen
Teil des Marktes finde ich mich in der Fleischabteilung wieder,
daneben die „Lebendtierabteilung“, wo ich aber nur Hühner im
Vorbeieilen lokalisieren kann. An den vier Seitenkomplexen wird
„Hardware“ angeboten. Eine unüberschaubare Mischkulanz von Werkzeug
bis Computer, vom Handy bis zum Haartrockner, von der Wasserarmatur
bis zum Korbsessel und nicht zu vergessen Textilien aller Art, die
gleich Vorort zu Vorhängen und Tischdecken umgenäht werden.
Besonders angetan bin ich von Schuhen der besonderen Art – "Waldviertler"
möge mir verzeihen: umgearbeitete Reste von Autoreifen, wo das noch
vorhandene Profil als Laufsohle dient. Festgehalten wird diese am
Fuß mittels Gummilaschen, die ebenfalls aus alten Reifen geschnitten
werden – einfach genial! Der Lauf-/Gehkomfort ist durch die Rundung
an der Sohle gewöhnungsbedürftig, aber sehr gut! Hab es ausprobiert!
Anmerkung: in Europa werden so genannte MBT Schuhe (Masai Barefoot
Technology…) um annähernd Euro 150.00 im Schuhhandel (!) verkauft,
hier kosten die Maasai-Sandalen
Tsh 10.000 (Touristen-Preis), das sind etwas mehr als fünf Euro…
Nachmittags fühlt sich Ursula besser und wir erkunden die Sokoine
Road, wo das Meru-House-Inn liegt, stadtauswärts. Reger
LKW-Verkehr und große Hallen machen uns neugierig (muss in der Natur
der Füchse liegen…) und zwischen reversierenden Trucks zwängen wir
uns bei einem Tor hinein: wir sind am Kidoro-Großmarkt gelandet! Ein „Hintch“
(so bezeichnen wir schöne Zufälle) beschert uns nach wenigen Minuten
einen ausgezeichnet Englisch sprechenden Mann, ein Maasai gesellt
sich dazu – die Führung kann beginnen.
Vielleicht soll hier mal festgehalten werden, dass die Schreibweise
Maasai richtig ist, man spricht es allerdings "Massai" aus
(hab ich aus unserem gescheiten Reiseführer).
An
diesem Umschlagplatz wird Gemüse, Obst, Reis, Mais und auch Fisch
aus dem Victoria-See für den Weitertransport verpackt. Ziel der
Waren sind Nairobi in Kenia und die Küste von Tansania am Indischen
Ozean mit der Großstadt Dar es Salam. Die Menge der hier
umgeschlagenen Ware ist nicht zu beschreiben. Es ist derartig
überraschend und wir beide kommen aus dem Staunen nicht heraus.
Immer wieder ermuntert mich Okonwo, der Maasai, und auch
Rick zum Fotografieren – eine einmalige Gelegenheit wirklich
authentische Bilder zu machen. Es herrscht eine überschwängliche
Freude bei den Marktleuten, wenn zwei Mgeni (Ausländer) mit vielen
Fragen auftauchen und sich für ihren Alltag interessieren. Ein
Gefühl, welches in uns eine große Vorfreude auf zukünftige
Begegnungen mit den Menschen in diesem Land erweckt. Eine Einladung
zu einem Getränk lehnen die Beiden höflich ab – sie möchten nur,
dass wir Bilder schicken. Das nehmen wir sehr ernst und sogleich
werden Adressen notiert. Rick begleitet uns noch zurück zum
Hotel, es folgt eine herzliche Verabschiedung so wie zwischen
langjährigen Freunden. Wir sind fassungslos.
Die Gruppe wird heute vollzählig sein, ein erstes Treffen ist für
den Abend im Meru-House-Inn geplant. Gestern sind bereits
Doris und Karl eingetroffen, nun lernen wir Ulrike,
sowie Johanna und Bernadette kennen. Ein bunter Mix
und wie sich schnell herausstellt auch lustig – das ist gut so, denn
fröhliche Menschen passen am besten zu den fröhlichen Afrikanern!
Der Leser wird jetzt bemerkt haben, dass in der Gruppe die Frauen in
der Überzahl sind – und da kommt noch Hertha dazu! Aber wir
Männer bekommen ja morgen jedenfalls Verstärkung in Form des
Fahrers. Somit erreichen wir wenigstens die 50%-Quote.
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Maasai
barefoot technology - einfach genial, wie aus Reifen diese
Sandalen entstehen
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Ein
Sondermodell für den schlanken Fuß und zu jeder Garderobe
passend
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Am
Zentral-Markt von Arusha herrscht reges Treiben - das
Angebot ist riesig
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Vollbeschäftigung bei den Schneiderinnen am Marktrand
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Okonwo - ein
Maasai - führt uns durch den Handelsmarkt an der Sokoine
Road
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Natürlich
müssen wir auch die herrlichen Wassermelonen kosten
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>>>an
den Anfang
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Dienstag, 21. Juli, Beginn der GEA-Reise, Tarangire National-Park
Der Dienstag beginnt nicht so hektisch wie im Allgemeinen erste
Reisetage beginnen. Aber diese „Allgemeinfloskel“ hat in Tansania
keine Gültigkeit – eh' schon wissen. Nun gut. Ein wunderbares
Fahrzeug der Marke Toyota „Land Cruiser“ in grüner Farbe mit
edlen gelben Streifen an der Seite wird von Roger vor dem
Hotel geparkt. Roger ist sehr sympathisch, spricht
ausgezeichnet Englisch, ist äußerst gelassen und vor allem: er
verstaut unser Gepäck zentimetergenau hinten rein. Nichts muss aufs
Dach, wie angenehm. Die Sitzplatzaufteilung ist recht großzügig, die
Beine kann man gut ausstrecken und die Sicht nach außen ist
tadellos. Na ja, das sind halt so Sachen, die man als Fotograf
gleich überprüft! Und das Beste folgt jetzt: das Dach des Fahrzeuges
kann komplett hochgehoben werden! Damit ist ausgezeichnete
Rundumsicht gewährleistet, purer Luxus allemal – die Safari kann
beginnen, wo bitte sind die ersten Viecherl?
Das erste Vieh bekommen wir in großer Zahl bald zu Gesicht. Es sind
riesige Rinderherden, welche von den Maasai’s zu künstlich
angelegten Tränken oder kleinen Seen getrieben werden. Ein
archaisches Bild mit den rotgewandeten Menschen inmitten ihrer
Herden und dem aufgewirbelten Staub. Jetzt fällt mir ein, dass ich
etwas Wichtiges vergessen habe – eben dieses rote Gewand oder
Kleidungsstück. Man nennt es „Shuka“ und ist eine Decke,
welche um den Oberkörper gewickelt wird. Seit gestern haben alle
Reiseteilnehmer ebenfalls eine „Shuka“ im Gepäck – Hertha
hat uns alle damit überrascht. Oder soll das ein versteckter Hinweis
sein, dass es im hiesigen Winter nächtens recht kühl wird? Nun,
jetzt hat es angenehme Temperatur draußen, der Himmel ist leicht
bewölkt, die Straße Richtung Dodoma unter den Rädern des
Safariautos befindet sich in gutem Zustand. (Übrigens - Safari
ist aus der Swahili-Sprache und bedeutet "Reise ganz allgemein").
Abzweigung zum Tarangire National Park, deklariert im Jahr
1970, der fünfte geschaffene Park seit der Unabhängigkeit
Tansanias von den Briten im Jahr 1961. War es vor dieser Zeit
ein so genannter hunting-ground und später dann eine
game-reserve, so starten wir heute zu einem game-drive.
Geschossen wird nur mit der Kamera, mitgenommen werden nur Bilder!
Nach dem obligaten Stopp beim Parkeingang und der anschließenden
Entdeckung, dass überall frischer Elefantendung herum liegt (und
welche Mengen!), sind wir alle schon recht aufgeregt. Roger
hat bereits das Hubdach geöffnet und vorbei an mächtigen Baobab
(Affenbrotbäumen) beginnt die Fahrt in den Park. Faszinierende
Vegetation links und rechts, braunrote Erde mit grünen Grasflecken,
Savannengras, blühende, ginsterähnliche Büsche, dazwischen immer
wieder Aloe Vera mit orangen Blütenständen und alles
überragende Kandelaber-Kakteen. Erste Tiersichtungen
beschränken sich auf vielerlei bunte Vögel: Bee Eater
(Bienenfresser), Rola und Superb Starling. Aber dann
plötzlich vor uns am Weg ein Waran und ein gar nicht so kleiner.
Begeistert wird das nächste größere Tier angekündigt: ein
Warzenschwein! Und dann – endlich – eine Herde Zebras, dazwischen
Streifen-Gnus und weiter vorne Antilopen. Ein dunkler Punkt über dem
Erdboden entpuppt sich beim näher kommen als Vogel Strauss, seine
Beine sind unverhältnismäßig dünn unter dem gefiederten Körper,
genau so wie sein Hals. Ein witziger Anblick. Dann ein Kopf mit zwei
Hörnchen obenauf, ein gefleckter langer Hals wird sichtbar und da
steht sie (eigentlich Er – bei näherem Hinsehen): eine Giraffe.
Majestätisch und langsam, ein wiegender, eleganter Schritt – so
bewegt sie/er sich an uns vorbei. Ja genau: an uns vorbei, so als ob
es das kleine grüne Auto gar nicht gäbe! Drei Minuten später wieder
Giraffensichtung, diesmal zu zweit unterwegs und langsam an den
Akazien äsend. Thomson Gazellen und ein Impala-Bock
betreten die Szene, dann saust wieder ein Warzenschwein in den
Busch. Immer wieder begeistern uns Herden von Zebras, die sich mit
Gnus ganz gut vertragen und friedlich vor sich hingrasen. Roger
erklärt sehr viel und interessant über das Fluchtverhalten der
Tiere, über ihre Aufmerksamkeit etwaigen Feinden gegenüber und wie
sich untereinander ihre „Wachtposten“ verständigen.
Der Höhepunkt schlichtweg dann zur Mittagszeit. Auf einer Anhöhe
befindet sich ein Platz, wo man an Tischen und Bänken sein Picknick,
sprich „Lunchbox“ auspacken kann. Aber Vorsicht: freche Affen
aus der Pavian-Familie stibitzen blitzschnell alles was nach
Fressbarem ausschaut – wenn es sein muss auch vom Tisch! Kaum hat
Roger diese Warnung ausgesprochen, gibt es lautes Geschrei an
einem Nebentisch: ein Pavian hat sich einen Sack geschnappt und
rennt im „Affentempo“ davon. Das Essen fällt bei den Nachbarn nun
etwas mager aus.
Aber zurück zum eigentlichen Höhepunkt. Direkt unter uns schlängelt
sich ein Fluss durch die Landschaft, bildet an den breiten Ufern
seichte Buchten und Sandbänke wo sich nun Hunderte Zebras, Antilopen
und Gnus zur Tränke einfinden. Immer wieder stürmen Herden von Gnus
die grüne Böschung hinunter, die zierlichen Antilopen im Schlepptau
hinter sich. Zebragruppen von zehn bis fünfzehn Tieren teilen sich
das weite Areal und auch das eine oder andere Warzenschwein ist zu
sehen. Dem noch nicht genug: denn im Vordergrund der malerischen
Szenerie taucht eine Elefantenherde auf und schreitet gemächlich zum
Wasser, Rüssel neben Rüssel wird eingetaucht, dann getrunken oder
übermütig herum gespritzt. Ein noch recht junger Elefant tollt
zwischen den Beinen der Großen herum, ein zweiter wälzt sich im
feuchten Sand. Es ist ein Bild wie es nicht schöner sein könnte,
einfach ein Traum. Ursula und ich bestärken uns in dem Vorsatz (der
eigentlich schon lange in uns weilt) nie, nie mehr wieder
eingesperrte Tiere in einem Zoo sehen zu wollen – es ist einfach
überwältigend sie in ihrem Lebensraum beobachten zu dürfen.
Überwältigt sind wir dann von unserer Spezial-Lunchbox à la
Hertha mit persönlicher, schriftlicher Widmung am Deckel! Das
hat sich auch bei den Affen herumgesprochen, denn unbehelligt lassen
sie uns die Speisen verzehren. Vielleicht war der vorhin gestohlene
Sack auch recht ausgiebig bestückt?
Die weitere Fahrt führt nun hinunter ins Tal und zu einer Art
Palmenhain. Schon aus einiger Entfernung hat Roger die
Elefantenherde entdeckt, welche sich unter den Bäumen im Schatten
aufhält. Vorsichtig und langsam nähern wir uns der Gruppe, erst in
etwa zehn Meter Entfernung stellt Roger den Motor ab. Einer
Elefantenkuh ist das dann doch zu nahe. Zornig stellt sie sich
breitbeinig neben uns auf, schwenkt den mächtigen Kopf mit dem
Rüssel energisch hin und her und brüllt markerschütternd auf uns
ein. Das bedeutet Rückzug und zwar flott, bevor die Dame es sich
überlegt und gegen das Auto donnert. Auch das gehört zum Wissen
unseres Fahrers: wann ist es soweit? Wir wollen das aber nicht
herausfinden, Roger bringt uns weg von der "rasanten" Kuh.
Vor der Durchquerung des Flusses sehen wir im dichten, sattgrünen
Gras noch eine Herde Elefanten. Diesmal sind es acht Tiere und drei
weitere Jungbullen am anderen Ufer. Diese „Youngsters“
scheint irgendwas zu stören, laut und energisch trompeten sie ihren
Unmut hinaus. Und nach wenigen Momenten, als wir das Wasser hinter
uns haben, sehen wir die Ursache: unter einem großen Busch döst ein
Löwen-Rudel! Vier erwachsene Löwinnen und dazwischen zwei kleinere
Fellbündel zählen wir. Scheinbar unbeeindruckt von den inzwischen
schon zahlreichen Betrachtern in ihren Blechbüchsen räkeln sie sich
in der Nachmittagssonne, putzen sich genüsslich die Pfoten oder
schlecken sich gegenseitig sauber. Ein unvergesslicher Anblick.
Schweren Herzens trennen wir uns von dieser Szenerie, wobei man an
dieser Stelle auch mal sagen/schreiben muss, dass Roger immer
am längsten vor Ort bleibt. Die anderen „Safari-Autos“ haben
halt allesamt eine Uhr eingebaut!? Doch liegen noch etliche
Kilometer Fahrt vor uns, welche uns zum Abendziel nach Karatu
bringen wird. Außerhalb des National-Parks wenden wir uns westwärts
in Richtung Ngorongoro-Highlands, überqueren diese in etwa
1700m Höhe und erleben da punktgenau einen
Bilderbuch-Sonnenuntergang. Unser erster in Afrika und den ohne Uhr,
einfach so!
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Unüberschaubare Rinderherden werden von den Maasai's zu den
Tränken getrieben |
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Am Eingang zum
Tarangire-National-Park wird das Safari Auto umgebaut |
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Elegant und
majestätisch schreitet der/die Giraffe unbeeindruckt von den
Fotografen dahin |
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Zebras und
Gnus vertragen sich gut in Herden - sie wachen gegenseitig
auf etwaige Feinde |
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Ein schneller,
wenn auch optisch nicht schöner, Läufer ist der Strauss |
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Eine
Bilderbuchlandschaft breitet sich vor uns aus - mit einer
Elefanten Familie im Vordergrund |
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Ein Gemälde
der besonderen Art in den zarten Farben Afrikas |
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Ein speziell
gestaltetes Jausenpackerl von Hertha mit Widmung |
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Ein
eindrückliches Erlebnis ist ein Elefantenbulle in dieser
Nahdistanz |
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Diese rasante
Elefantenkuh bedeutet uns, dass wir schnell abhauen
sollen... |
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Löwen-Idylle
pur - ein Rudel döst in der Nachmittagssonne greifbar nahe |
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Impalas gelten
als sehr scheue Tiere - diese Böcke sind aber in ihren
"Raufhandel" vertieft |
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Ein
Sonnenuntergang wie im Bilderbuch - nicht bestellt, aber
doch pünktlich |
>>>an
den Anfang
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Mittwoch, 22. Juli, Lake
Eyasi
Die Übernachtung in
der Kudu-Lodge ist eine Extrabeschreibung wert. Irgendwie ist der
Manager den GEA-Reisen und da besonders Hertha recht gewogen, denn
man quartiert uns in den Luxus-Suiten ein. Das ist erst mal zu
verdauen, wenn man von der Kargheit eines schlichten Stadt-Hotels in
eine Unterkunft dieser Art kommt. Quadratmetermäßig übersteigt so
eine Suite locker unsere Wohnung in Anthering. Dementsprechend
verloren irren wir in den Räumlichkeiten umher. Bei großen
Hotelzimmern habe ich schon immer Bedenken, dass ich am nächsten
Morgen alle Utensilien wieder finde – hier summiert sich das alles
um ein Vielfaches. Schlussendlich einigen wir uns auf eine zentrale
Lagerstätte unserer Taschen und Rucksäcke, wo dann im engeren
Umkreis alles aufgehängt und ausgebreitet wird. Was die Betten
betrifft – es gibt zwei davon - ist ein Entschluss schnell gefasst:
eine Super-Über-Drüber-Kingsize-Matratze bietet bei einem Ausmaß von
250x250cm locker Platz für uns Beide. Beim Entfernen aller
Zierpolster erhöht sich die Fläche nochmals um einen Quadratmeter,
unser „Gute-Nacht-Gruß“ verhallt in der Finsternis, das
dazugehörende Busserl landet glaube ich auf der Schulter…
Nach so viel
Nachtluxus erwartet uns heute wieder die Normalität und ein Teil
dieser Normalität befindet sich sehr bald unter den Rädern unseres
Gefährtes. Es sind abenteuerliche Wege und Pisten zu bewältigen,
Roger ist in Hochform! Oft haben wir das Gefühl einem
ausgetrockneten Bachbett zu folgen, dann wieder zentimetertiefer
Staub – roter Staub – der von den Reifen aufgewirbelt wird und bei
jeder Ritze ins Wageninnere dringt. Na ja, unser Tagesziel liegt in
der Senke des Lake Eyasi und dieser See ist eigentlich gar keiner
mehr. Der größte Teil ist heiße, trockene Salzwüste, die Luft flirrt
förmlich über dem Boden. Trotzdem leben hier Menschen, wir
durchfahren Ansiedlungen und kleine Dörfer und halten schließlich im
Tatoga-Village, wo ein ortskundiger Guide zusteigt. Weiter geht’s
über die Steinpiste, erst bei einer tiefen, felsigen Furt ist
Endstation. Unsere spannende Wanderung beginnt, wir befinden uns auf
den Spuren der Hadzabe-Buschmenschen, ein kleiner Teil dieses
Sammler- und Jägervolkes lebt hier in den Felshügeln und erwartet
unseren Besuch. Unser Guide beteuert, dass dies nun keine
„touristische Besichtigung“ wird, dennoch beschleicht mich ein klein
wenig Unbehagen. Jetzt kommt da eine Gruppe weißhäutiger Menschen
aus einem fernen Land, wohlgekleidet und ausgerüstet mit modernen
Kameras und will sehen wie die Urbewohner im schönen Tansania gelebt
haben und es augenscheinlich noch immer tun? Wir kommen uns wie
Eindringlinge vor.
Fast unsichtbar
zwischen Bäumen und Felsen liegen ihre Behausungen, unter einem
Felsüberhang kauern etwa 10 Männer, die bei unserem Eintreffen
aufstehen und uns begrüßen. Der Guide hat uns vorher das Ritual
erklärt, beim Schütteln der Hände spricht man zwei Worte (wie lauten
die noch?), freundlich wird dieser Gruß erwidert. Das gegenseitige
„Beschnuppern“ geht recht zaghaft vor sich, es verschafft jedem in
der Gruppe die Zeit, sich ein eigenes Bild zu machen. Die Hadzabe
Menschen sind ausgezeichnete Jäger – und zwar mit Pfeil und Bogen.
Dieses Jagdgerät wird uns nun gezeigt, die Fertigung des Bogens aus
einem ganz bestimmten Stück Holz erklärt. Die Bogensehne aus
Viehdarm ist in einem bestimmten Muster „gedreht“ und geflochten
(nein – nicht wie unsere Wäscheleine!), die Pfeile allesamt aus Holz
geschnitzt. Für die Jagd auf kleine Tiere werden reine Holzpfeile
verwendet, bei größeren Tieren kommt ein Pfeil mit Eisenspitze zur
Verwendung, die zusätzlich mit einem Pflanzengift verschmiert wird.
Die Jagd und das Sammeln ist reine Männersache, die Frauen bleiben
bei den Hütten, kochen und sorgen für die Kinder. Das alles erfahren
wir in entsprechender Übersetzung, währenddessen mittels schnell
gedrehten Holzstabs eine Glut entsteht und ein Pfeifchen entzündet
wird. Die Bestandteile des „Tabaks“ bleiben ein Geheimnis…
Der Umgang mit Pfeil
und Bogen liegt weit in meiner Jugend zurück, jetzt ist Gelegenheit
die Erinnerung wieder zu wecken. Die sehnigen Hadzabe-Männer zeigen
es vor und die schmächtigen Weißen machen es nach. Das Ergebnis ist
als erbärmlich zu bezeichnen. Gut so, denn mit diesen nadelspitzen
Dingern kann man ganz schön was anrichten. Ein Baum in der Nähe wird
dann von zwei Burschen erklettert, mit einer Axt hacken sie den
morschen Teil eines Astes ab. Darin haben Wildbienen Honig
eingelagert – eine besondere Süßigkeit für die wackeren Kletterer.
Gemeinsam wandern wir anschließend wieder zurück zum Auto, wo Roger
die mitgebrachten „Lunch-Boxes“ auf der Kühlerhaube angerichtet hat.
Etwas befremdlich dann die Verteilung von Essen an die etwas abseits
wartenden Männer, aber der Guide scheint das öfter so zu machen. Die
Vermutung, dass doch so was wie organisiertes „Beschauen“ hier
stattfindet, bestärkt sich. Und wie auf ein Zauberwort hin, fischen
die Hadzabe-Jäger aus allen möglichen Falten und Taschen ihrer
Kleidung plötzlich Armbänder und Halsketten hervor. Mit
„beharrlicher Zurückhaltung“ (das meine ich so wie ich es schreibe)
werden die Schmuckstücke angepriesen, wer soll da schon widerstehen?
Beim Dorf der
Tatoga
schwenken wir ostwärts auf eine große, künstlich bewässerte Fläche
ab. Hier wird roter Zwiebel angebaut, derzeit geerntet und in Säcken
zu riesigen Türmen geschlichtet – bereit für den Transport in die
Stadt. Eine kleine Siedlung ist unser nächstes Ziel. Hier wohnt und
arbeitet ein Schmied, seine Söhne helfen fest mit. Eine Besonderheit
ist das Einschmelzen von Altmetall – bei unserem Zusehen gerade
Reste von einem Vorhangschloss aus Messing. In eine längliche,
schmale Form gegossen bildet das erkaltete Metall die Grundlage für
einen hübschen Armreif, der vom Meister gebogen und verziert wird.
Ja natürlich: auch verkauft und den passenden Ring gibt es auch
dazu. Und wieder gibt es kaum Widerstand von Seiten der Besucher!
Sehr aufschlussreich
der Besuch der Wohnhütten neben der „Werkstatt“, wo uns die Frauen
anschließend willkommen heißen. Ja, die Mehrzahl „Frauen“ ist
richtig, denn uns wird erklärt, dass der Mann, wie fast alle Männer
des Stammes, in Polygamie lebt. Unser Mann hier, der Schmied, hat
drei Frauen, jede hat ihr eigenes Haus, wo sie mit ihren Kindern
wohnt. Jetzt kommen gerade zwei zusammen, zeigen uns die bunte
Kinderschar und das Innere der Hütte. Ich bleibe am Eingang hocken –
zwei große, wunderschöne Augen in einem Mädchengesicht betrachten
mich und die Kamera…
Die Rückfahrt nach
Karatu im wundervollen Abendlicht, welches durch rote Staubfahnen
verstärkt wird, lässt uns Zeit über das heute Erlebte nachzudenken.
Haben wir nun wirklich einen winzigen Rest des letzten Stammes von
„Urbewohnern“ Tansanias besucht? Werden diese Menschen tatsächlich
sich weiter weigern in großen Dörfern sich anzusiedeln? Dann noch
die Zeilen eines Völkerkundeexperten: „…nur eine Art Reservat könnte
dem Volk der Hadzabe eine dauerhafte Existenz sichern.“
Wir erreichen unser
Reservat, die Kudu-Lodge, noch im letzten Abendlicht. So richtig
gelingt es nicht in diesen Luxus einzutauchen, der Kopf ist nicht
bereit dafür. Das hervorragende Buffet im Speisesaal lenkt zwar ein
wenig ab, doch habe ich immer noch den jungen Hadzabe-Burschen vor
Augen, der mit großen Bissen den geschenkten Apfel verschlungen hat.
Daran ändert auch die Aussage von Wilson nichts, einem
Mitarbeiter in der Anlage, der uns später
erklärt, dass durch Einrichtungen wie die Kudu-Lodge viele Menschen
hier Arbeit bekommen. Das kennen wir auch aus anderen Kontinenten –
an der sozialen Veränderung eines Landes hat der Tourismus sicher
seinen Anteil. Doch der Anteil derer, die diese positiven
Veränderungen – wenn sie überhaupt generell als positiv zu
bezeichnen sind – die eben diese Veränderungen auch zu spüren
bekommen, ist erschreckend klein. Womit wir für diese Nacht in unser
gar kleines Apartment eintauchen in der Hoffnung, den
„Gute-Nacht-Kuss“ an der richtigen Stelle zu platzieren.
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Die
Begegnung mit den Menschen des Hadzabe-Stammes ist etwas
Besonderes |
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Frauen und
Kinder bleiben bei den Hütten, wenn die Männer auf Jagd
gehen |
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Der
richtige Umgang mit Pfeil und Bogen ist
überlebenswichtig für die Männer des Stammes |
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Ein junger
Hadzabe Mann stöbert mit seiner Axt ein Honignest auf |
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Mit seinen
Zehen hält der Schmied den Messing-Armreif fest um ihn
zu verzieren |
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Große
braune Augen faszinieren und lassen das Rundherum
vergessen |
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Kinder
drücken das aus, wovon wir Europäer träumen:
Gelassenheit |
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Ein
stolzer junger Tatoga - selbstbewusst und wählerisch in
seiner Pose |
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Donnerstag, 23.
Juli, Ngorongoro-Crater
Der dritte Tag
unserer Erkundungsreise erwartet uns mit einem Höhepunkt:
Ngorongoro-Crater inmitten der gleichnamigen
Conservation Area und seit dem Jahr 1978 Teil des
UNESCO-Weltnaturerbes. Mit einem Ausmaß von 16x20 km (etwa die
Hälfte des Bodensees) inmitten des Hochlandes gelegen, ist der
Krater die größte, nicht mit Wasser gefüllte Caldera auf unserer
Erde und mit einer großartigen Tierwelt ausgestattet. Soviel zur
Ankündigung im Reiseführer, der noch mit weiteren Superlativen
aufwartet. Bei der Abfahrt in Karatu, das auf 1400 Metern
Höhe liegt, ist es nebelig und kühl. Die Straße windet sich
abenteuerlich hoch zum Kraterrand, der durchwegs bereits über 2000
Meter hoch liegt. Mystische Nebelschwaden, feuchte Luft und eine
überraschende Vegetation gleich einer Art tropischen Waldes
begleiten unsere Fahrt zum Lodoare Park Gate - dem
Eingangstor zu diesem Naturjuwel, welches Bernhard Grzimek
als achtes Weltwunder bezeichnet hat.
Entlang des Kraterrandes umhüllt uns noch immer der feuchte Nebel,
doch kurz vor der steilen Abfahrt zum Kraterboden hat sich bereits
die Sonne durchgesetzt. Hochgewachsene Maasai-Männer treiben
große Viehherden über schmale Steige nach unten, Roger ist
mit dem Safaricruiser nicht viel schneller auf dem holprigen
Pfad unterwegs. Es sind hier etwa 400 Höhenmeter zu überwinden,
bevor wir den Boden des Kraters erreichen - den Boden eines
gigantischen Tierparks, welcher sich nun vor unseren Augen öffnet.
Was nun folgt ist eine stetige Steigerung von…, ja von was
eigentlich? Schwierig zu beschreiben, denn die Erwartungshaltung
jedes Einzelnen ist ja unterschiedlich. Doch in einem Punkt sind wir
uns alle einig: es übertrifft einfach ALLES! Und damit dieses ALLES
auch ein Gesicht bekommt, höre ich hier zu schreiben auf und lass
einfach die Bilder sprechen. Die erzählen nämlich einfach ALLES.
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Erste
Ausblicke in den Krater - der Nebel hat sich gelichtet |
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Stolze,
hochgewachsene Maasai treiben ihre Viehherden zum Grund
des Kraters |
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Bei den
Seneto Springs gibt es Wasser für die Rinder während des ganzen Jahres |
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Erste
Sichtung von Gnu- und Zebraherden im Krater |
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Die
meistverbreitete Kuhantilope in der Savanne ist das
Streifengnu |
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Ein
Warthog - Warzenschwein - hat kaum ernstzunehmende
Feinde |
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Im
Ngorongoro sieht man den Zwerg- und den Rosaflamingo am
Lake Magadi |
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Ein
turtelndes Kronenkranich-Pärchen lässt sich vom
Fotografen nicht stören |
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Im
eleganten Flug "schweben" diese Kraniche an uns vorbei |
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Eine
Thomson-Gazelle betrachtet uns neugierig und gar nicht
scheu |
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Riesentrappen sind schwere, auf dem Boden lebende Vögel,
die lieber laufen als fliegen |
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Die
Sichtung eines "Black Rhino" aus der Familie der
Spitzmaul- Nashörner ist ein Höhepunkt |
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Um die
Mittagszeit rollen noch immer dichte Nebelwolken über
den Kraterrand |
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Steppenzebras sind sehr gesellige und überaus
aufmerksame Tiere |
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Eine
Löwengruppe mit drei Löwinnen und drei Jungtieren döst
in der fahlen "Wintersonne" |
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Allerdings
sind die Jungen gar nicht müde, dafür aber hungrig |
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Mama Simba
blickt gelangweilt an uns vorbei - sie ist Autotrubel
gewohnt |
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Schließlich wird es ihr doch zu viel und wechselt
zielstrebig die Straßenseite |
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Diese
Porträtaufnahme eines jungen Löwen gelingt aus
unglaublich naher Distanz - Teleeinstellung 155mm. Dazu
gibt es auch eine Geschichte weiter unten... |
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Wenngleich Bilder eigentlich sehr viel erzählen, oder wie oben
erwähnt ALLES - bei dem Bild des jungen Löwen gehört eine Geschichte
dazu.
Seit zwei Tagen lässt sich das Schiebefenster an meiner Seite nur
mehr mit großer Kraftanstrengung öffnen. Staub und Sand kleben in
den Gummiführungen, der Hebel zum Öffnen hat bereits eine Schraube
der Befestigung verloren. Nun steht unser Gefährt am Pistenrand, an
der rechten Seite liegen im kniehohen Savannengras vier Löwen. Einer
davon knapp zwei Meter von mir entfernt. Vorsichtig will ich das
Fenster aufschieben. Es macht einen lauten Knack - der Hebel innen
ist abgebrochen, das äußere Stück fällt zu Boden, etwa 70cm von der
Pfote des Löwen entfernt...
Na ja, da liegt es nun das kostbare Stück. Eigentlich kann das
überall passieren, wirklich überall! Man steigt aus, klaubt das
Stück auf und irgendwie wird's wieder repariert. Aber hier? Gut, ich
bleib natürlich sitzen, ziehe mit den Fingerspitzen die Scheibe noch
ein wenig zurück, schiebe behutsam das Objektiv der Kamera hinaus:
der Entfernungsmesser zeigt 180cm! Gerade noch zum Scharfstellen!
Die Nasenlöcher und die Wimpern sehen dann bei 400mm Brennweite
riesig aus...
Doch der Löwe an der Autotür war noch nicht alles:
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Ein
Urviech ist dieser Büffelbulle - gelangweilt ist nur
sein Blick |
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Eine Herde
von annähernd 80 Tieren vor einem Bilderbuch-Hintergrund |
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Die Hyäne
- ob gestreift oder getüpfelt - schaut einfach nicht
vertrauenerweckend drein |
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Der
Sekretär - er heißt tatsächlich so - ist eine witzige
Erscheinung mit schwarzen Shorts |
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Die
Sichtung eines Gepards aus dieser Nähe ist für den
Fotografen ein absoluter Höhepunkt |
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Cheetah -
ein fantastisch schneller Sprinter, hier noch beim
Ausspähen seiner Beute |
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3000 Kg
Flusspferd wutzeln sich durch das satte Grün in dieser
Teichoase |
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Begegnungen mit Elefanten sind eindrucksvolle Erlebnisse
im Ngorongoro Crater |
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Der
afrikanische Elefant hat großen Raumbedarf wegen seines
Appetits auf Grünzeug |
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Ein
Gedenkstein erinnert an Michael Grzimek, der viel für
Afrikas Tierwelt erreicht hat |
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Auch wenn es eine Wiederholung ist: Wir alle
schätzen es sehr, dass wir Zeit haben. Keine Minutenvorgabe, kein
„wie lange“, keine Drängelei – es ist einfach gut, wenn wir diese
Landschaft so richtig aufsaugen dürfen. Der Blick ans Handgelenk
beweist es – da ist seit zwei Tagen keine Armbanduhr mehr! Ein Blick
zum Himmel verrät allerdings, dass es Zeit wird den Krater zu
verlassen. Die Sonne nähert sich langsam dem oberen Rand, ein
prächtiges Streiflicht überflutet den Boden und den kleinen Wald auf
den wir zusteuern. Und da werden die so genannten „Big Five“
Afrikas komplett. Nach Löwen, Nashorn, Gepard und Büffel wandern nun
mächtige Elefanten in kleinen Gruppen durchs Unterholz, ab und zu
wird ein tief hängender Ast gebrochen und verschwindet genüsslich im
Maul. Eine Bilderbuch-Szene wie sie schöner nicht sein könnte! Wer
jetzt eventuell bemängelt, dass eigentlich ein Leopard anstatt eines
Geparden zum Kreis der erlauchten Fünf zählt – im Tierlexikon wird
der Gepard als „Jagdleopard“ angeführt – basta!
Eine letzte Rast mit Luxus-Wasser-WC, wo die
frechen Vervet Monkeys – grüne Meerkatzen – beim Fenster
herumturnen und dann verlassen wir diesen Garten Eden (ja, so wird
er auch vielerorts genannt) über eine steile Piste wieder nach oben.
Wir sagen: Gott sei Dank im Einbahnsystem, weil es ist verdammt
schmal an vielen Stellen. Oben angekommen noch ein allerletzter
Stopp beim Gedenkstein für Michael Grzimek, der unweit dieser
Stelle im Jänner 1959 mit dem Flugzeug abgestürzt ist.
„He gave all he possessed, including
his life for the wild animals of Africa“ steht hier eingraviert.
Ob er nun, 50 Jahre später, nochmals sein Leben riskieren
würde?
Die
Kudu Lodge in Karatu wird heute ein drittes Mal unser
Nachtquartier sein. Wiederum gibt es ein überaus ansprechendes
Buffet mit wohlschmeckenden Köstlichkeiten und dann ein
abschließender Besuch in der Bar, wo uns bei der Sitzgruppe am
offenen Kamin wohlige Wärme empfängt. Aus der Gruppe sitzen hier nun
Ulrike, Doris und Karl, wir Beide und natürlich
Hertha, wenig später gesellt sich auch Wilson, der
Lodge-Mitarbeiter, dazu. Ulrike hat uns bereits vor zwei
Tagen mit einem köstlichen Ausspruch zum Lachen gebracht, nämlich:
„…dass die Maasai-Männer eigentlich den ganzen Tag spazieren
gehen und das erhobenen Hauptes, die Frauen daheim aber alle
Drecksarbeit machen müssen."
Und
jetzt wird Wilson, ein großgewachsener Afrikaner, mit diesem
Ausspruch konfrontiert, der dann in Ulrikes Frage gipfelt:
„…and, by the way, what is your job?“
And,
by the way – es war ein wunderbarer Tag!
Freitag, 24. Juli, Weg
nach Wasso
Eine Distanzschätzung für
die heutige Fahretappe nach Wasso ergibt ungefähr
200 Kilometer und das ausschließlich auf Pisten. Wir
verlassen die Kudu-Lodge mit all ihrem
Komfort und stellen uns mental auf eine abenteuerliche
Reise ein. Erneut erklimmt unser Safari-Auto mit
Roger am Steuer den Kraterrand des Ngorongoro,
folgt diesem etwa eine Stunde in westlicher Richtung,
bevor es zu der imaginären Grenze zur Western
Serengeti hinuntergeht. Diese Grenze zwischen der
Conservation Area und eben der westlichen
Serengeti war jahrzehntelang ein Zankapfel in
Tansania, denn das Volk der Maasai musste
viele negative Einschränkungen hinnehmen, viele
versprochene Gegenleistungen seitens der Regierung
blieben nur von kurzer Dauer. Die stolzen Nomaden wurden
vertrieben, mussten ihre Bomas aufgeben und immer
wieder neue Weidegründe für das Vieh suchen. Erst im
Laufe der 1980er-Jahre verbesserte sich die Situation,
aber nur sehr kurzfristig. Denn wie wir erfahren, werden
derzeit wieder ganze Dörfer abgesiedelt.
Regierungstruppen werden ausgesandt und brennen die
Bomas nieder, vertreiben das Vieh und wenden auch
Gewalt an. Der Hintergrund dafür ist empörend und die so
genannte „Wut im Bauch“ krabbelt ganz ordentlich: Reiche
Araber kaufen das Land um hier ihrer Jagdlust
nachzugehen! Wobei „gehen“ total daneben liegt, denn die
Jagd wird unter anderem auch per Helikopter betrieben.
Zurück zu besinnlicheren
Themen, denen wir bei der Oldupai-Gorge begegnen.
Von Historikern als „Grand Canyon der Evolution“
bezeichnet, wird sie in Reiseführern als die „Wiege der
Menschheit“ angeführt. Auch wenn ich mit prähistorischen
Funden nicht viel anfangen kann, so ist die Ausdauer
jener zu bewundern die unter diesen unwirtlichen
Bedingungen in dieser Gegend jahrzehntelang nach
Knochen, Werkzeugen und Fußabdrücken gesucht haben. Ein
Museum am Rand der Schlucht beherbergt einen Teil dieser
Funde, ein Ranger erklärt ausführlich die Arbeit
der Archäologen, welche noch immer an einigen Stellen
die Gesteinsschichten mit klitzekleinem Besteck
abkratzen, um anschließend einen eventuellen Fund aufs
Jahrtausend genau zu datieren! Dazu fällt mir die
Geschichte vom Petrified Forest in
Arizona/USA ein, wo ein Ranger auf die
Frage, wann denn diese Urwaldbäume vom Schlamm
verschüttet und auf diese Weise konserviert wurden,
antwortet: „..vor sieben Millionen und acht Jahren“.
Kopfschütteln – warum denn diese acht Jahre? „Ja, als
ich hier zu arbeiten begann, sagte mir mein Vorgesetzter
sieben Millionen Jahre – und das war vor acht Jahren.“
Weit gegenwartsnäher sind
die Wanderdünen Shifting Sands die wir wenig
später erreichen. Vulkanischer Aschestaub, der nach
einem Ausbruch des 60 km entfernten Ol Doinyo
Lengai (heiliger Berg der Maasai) hierher geweht
wurde, wandert mit dem Wind langsam gegen Westen.
Markierungssteine zeigen uns, dass es etwa 15 bis 20
Meter sind, welche dieser fünf Meter hohe schwarzgraue
Hügel pro Jahr hinter sich bringt. Eine Besteigung ist
ungefährlich(!), unsere Spuren sind nach wenigen Stunden
verschwunden. Nicht so schnell verschwinden wird ein
kleines Kreuz aus Tierknochen, mit dem die „GEA-Truppe
Austria“ den Gipfel markiert. Was dazu wohl Archäologen
berichten werden, wenn dieses nach (keine Zahl!) Jahren
wieder an die Oberfläche kommt?
Die Weiterfahrt ist nun
jenes oben erwähnte Abenteuer. Eine meist nur zu
erahnende Piste führt über die eindrucksvolle
Landschaft. Sanfte Bergketten rahmen ein Bild auf der
rechten Seite, während sich auf der Linken die
unendliche Weite der Serengeti öffnet. Der Himmel
ist fahl, die Sonne verschwindet hinter einem Schleier,
das Licht am Boden lässt trotzdem eine nicht erwartete
Farbenmischung leuchten. Und immer wieder verblüffen uns
die Maasai: aus dem Nichts tauchen sie in dieser
unermesslichen Weite auf, wandern scheinbar unbeirrt auf
ein Ziel zu und sind genauso schnell wieder unsichtbar.
Erst einige Viehherden lassen wenig später darauf
schließen, dass Ansiedlungen hier sein müssen, oder
zumindest Wasserstellen in der weiteren Umgebung zu
finden sind. Viel eher und deutlicher zu sehen sind da
allerdings Giraffen. Sobald einige Akazienbäume in der
sonst kargen Landschaft stehen, sind die graziösen Tiere
nicht weit. Zuerst kleinere Gruppen oder Familien,
zählen wir dann sogar 12 Tiere die sich langsam fast
parallel zur Piste neben uns bewegen. Einfach
fantastisch!
Mit dem Erreichen der
„Hauptstraße“ in Richtung Wasso erhöht sich auch
das Reisetempo, aber das ist nicht immer zum Vorteil. Im
weichen, sandigen Boden der Piste schwebt der
Land-Cruiser förmlich über die Oberfläche, jetzt
knallt er beinhart in jedes Schlagloch - trotz
Roger’s Meisterleistung am Lenkrad. Amüsant wird es,
als in einem Dorf dann zwei Autostopper zusteigen, die
kurzerhand im Mittelgang am Boden Platz nehmen. Beim
erstbesten Schlagloch schleudern die Beiden dann auf
Armlehnenhöhe hoch – autsch! Mein Auflagepolster für die
Kamera und mein kleines Rückenpolsterl wandern daraufhin
unter die Hinterteile der Männer, ein dankbares Lächeln
kommt zurück. Doch unsere Aufmerksamkeit wird
unvermittelt nach vorne gelenkt. In der einsetzenden
Dämmerung queren drei Silhouetten die Straße. Ohne
Zweifel – es sind Giraffen. Dann links im niederen
Gebüsch noch mehr lange Hälse, auf der Anhöhe schräg vor
uns ebenfalls. Roger stoppt das Auto und
plötzlich bewegt sich der der halbe Busch links und
rechts der Straße! Grob geschätzt von uns allen sind es
etwa 30 bis 40 Tiere, zwischen denen wir uns befinden,
eine solch zahlreiche Ansammlung von Giraffen hat selbst
Roger noch nicht gesehen.
Der Ort Wasso liegt
auf 2000 Meter Höhe, es ist nicht nur dunkel als wir
ankommen, sondern auch empfindlich kühl. Umso wärmer und
herzlicher der Empfang beim Guest-House
des Spitals, wo wir nun die nächsten drei Tage als Gäste
einquartiert werden. Nach einer äußerst erfrischenden,
weil äußerst kühlen Dusche finden wir uns dann alle
wieder im großen Essraum zusammen, wo noch etliche
andere Gäste wie eine große Familie um einen Riesentisch
herum sitzen und die herrlichen Curry-Gerichte aus den
dampfenden Töpfen genießen. Und als Überdrüber
organisieren Hertha und Roger noch einige Flaschen
Bier... |
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An der
Oldupai-Gorge treffen wir diesen alten Maasai |
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Mama
Giraffe hat ihre beiden Youngsters hinter die Bäume
geschickt |
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Eine
wandernde Sanddüne bietet Gelegenheit, die steifen Beine
zu strecken |
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Von einem
Gipfelsturm kann man zwar nicht gerade sprechen... |
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...doch
die Glückwünsche beim Gipfelkreuz werden freudig
ausgetauscht |
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Ein
Gipfelkreuz der besonderen Art - aus Knochen von einem
verendeten Gnu |
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Anscheinend sind Giraffen gesellige Tiere und wandern
gerne |
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Eine
gewisse Marschordnung muss aber dennoch sein- also rein
in die Reihe |
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Warum sind
Frauen die besseren Fotostative? Weil sie länger den
Atem anhalten - danke Hertha für das Foto! |
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Abseits
aller Strassen in der sandigen Landschaft unterwegs -
ein Segen für die lädierten Bandscheiben |
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Zauberhafte Farben am Rand der Serengeti begeistern uns |
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Eine
Begegnung mit außerirdischem Charakter auf dem Weg nach Wasso |
>>>an
den Anfang
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Samstag, 25. Juli,
in Wasso
Am Gelände des Spitals herrscht reger Betrieb, wir
können das emsige Treiben vom Garten des Guest-House
aus beobachten. Zum Genießen der warmen Morgensonne
reicht es nicht, denn Hertha stellt uns Claude
Rieser vor. Er ist gebürtig aus St. Gallen in der
Schweiz und zusammen mit seiner Frau Désirée und
den Kindern Joël und Soraya für die Dauer
von zwei Jahren nach Wasso gekommen. Das war im
Jahr 2008. Als studierter Betriebswissenschafter soll er
den Spitalsbetrieb durchleuchten und, na ja – so
genannte Schwachstellen finden, wo man halt besser
wirtschaften sollte. Nun gut – jetzt holt uns Claude
zu einem Rundgang durchs Spitalgelände ab. Sehr sinnvoll
ist dabei, wenn man sämtliche Vorurteile gleich am
Eingang zur Ambulanz abgibt. Das ansonsten kritische
europäische Auge hat hier nichts verloren, vergleichende
Maßstäbe sind fehl am Platz. Dann nämlich stellt man
fest, dass hier sämtliche Grundbedürfnisse, die eine
Behandlung im Spital erforderlich machen, erfüllt werden
können. Wie gesagt – es stehen nur einfache Mittel und
Gerätschaften zur Verfügung und wir sprechen auch nur
von „Grundbedürfnissen“. Doch wo ist der Punkt ab dem
ein Arzt sagen muss, dass hier eine Behandlung nicht
mehr möglich ist, dass er nicht mehr weiter
arbeiten kann?
Während wir noch über eine mögliche Antwort nachdenken,
erreichen wir einen Raum, in dem Dutzende Ordner in
Metallgestellen lagern. Auf einem Tisch steht eine
Schachtel, zwei oder drei Mappen liegen daneben. Von
einem Stapel überreicht mir Claude zwei Blatt
Papier, eng mit Schreibmaschine beschrieben. Es ist ein
Rundbrief, datiert mit November 1977, Unterschrift
Dr. Watschinger. Und die Antwort auf obige Frage
fällt eventuell etwas leichter, wird sie doch mit
wunderbaren Worten gewählt:
…warum ich diesmal diese Wildgans-Verse über meinen
Rundbrief gesetzt habe? (Das Lächeln – eine
Frühlingsballade, Anm.). Ich glaube, weil wir wohl alle ein
wenig zu diesen Menschen gehören, die sich „sorgen,
was morgen werden wird und übermorgen – und ihre Seelen
bleiben blind und arm“. Auch wir hier haben
gegenwärtig mancherlei Probleme und Schwierigkeiten und
man meint manchmal fast, sie könnten einen erdrücken. Da
tut es gut, wenn man so ein Dichterwort findet – von
jenem Kranken, dessen Seele noch „dem Wunder heil“
war, von jenem Lächeln, „so reich an jenem
Wunderbaren, des alle darben, die so dumpf gesund...“
Da bin ich draufgekommen, dass auch ich solche Probleme
manchmal zu wichtig nehme, dass man sich zu viel in den
Ärger hineinbeißt, wenn’s irgendwo nicht ganz so geht,
wie man gerne möchte…
Und weiter auf dem zweiten Blatt: …steckt da nicht eine
andere Lebensauffassung dahinter? Wir Europäer sind
versucht, alles nach unserem Maß zu messen. Das sind nur
einige der Probleme, kurz angeschnitten. Wir mit unserem
Perfektionismus möchten halt immer alle Probleme sofort
überwinden. „Drum fass’ ich diese Menschen nicht, die
sorgen, was morgen wird und übermorgen…“
Nun, seither sind 32 Jahre vergangen, das Spital wurde
erweitert, modernisiert, vergrößert. Die Technik
verbessert, Wasserversorgung gesichert, Stromgeneratoren
angeschafft, ein Photovoltaik-Anlage errichtet,
Fachärzte eingestellt, medizinisches Personal
ausgebildet und vieles mehr. Die Sorgen von damals sind
aber sicher noch die gleichen wie heute und Claude
fügt während des weiteren Rundganges noch einige hinzu.
Und diese jetzt schön zu reden – das käme nun wohl
niemandem in den Sinn. Unsere Hochachtung allen die hier
arbeiten!
Jetzt, am Nachmittag, unternehmen wir eine Wanderung zu
Lemayans Boma. Lemayan ist ein junger
Maasai, der bedingt durch seine Begabung die
Aufnahme in die Secondary-School erreicht
hat. Diese ist im Gegensatz zur Public Primary School
nicht kostenlos, wird aber vom Staat gefördert.
Bemerkenswert, dass eine staatliche Förderung nur Buben
bekommen(!) Lemayan möchte Medical Officer
werden und arbeitet zurzeit ebenfalls im Spital mit.
Gleich hinter dem Gelände des Krankenhauses führt der
Weg hinauf auf eine lichte Anhöhe und nach etwa einer
halben Stunde erreichen wir die kleine Siedlung, wo
Lemayans Familie wohnt. Die erwartet uns schon und
binnen kurzer Zeit finden sich an die 15 Personen ein.
Großteils sind es Kinder, die uns mit großen, dunklen
Augen neugierig mustern, während Lemayan einem
Teil der Gruppe das Innere seiner Hütte zeigt und einen
Maasai Haushalt erklärt. So bleibe ich
einstweilen mit der Kinderschar alleine und wir haben
großen Spaß miteinander. Natürlich ist die Kamera im
Mittelpunkt des Interesses, denn da kann man ja gleich
ein kleines Bildchen hinten sehen! Der Auslöser ist im
Dauereinsatz. Erst als Karl mit seinem Apparat zu
„Hilfe“ eilt, teilen wir uns die vielen neugierigen
Hände und großen Augen, die begierig ihr Antlitz auf dem
Display suchen. So viel Fröhlichkeit habe ich schon
lange mit Kindern nicht erleben können!
Die untergehende Sonne zaubert ein herrliches Licht in
die Landschaft, während wir uns wieder Wasso
nähern. Candelaber Kakteen, Aloe-Vera
Büsche und kleine Akazien säumen den Weg, ab und zu
liegt ein Maisfeld dazwischen. Schöne Ausblicke über das
Dorf beenden den Ausflug, im Speiseraum des
Guest-Houses herrscht bereits Gedränge. So stellen
wir kurzerhand die Tische und Stühle aus unseren Zimmern
auf die Terrasse – wir speisen heute im Garten!
Anschließend besuchen wir noch Désirée und
Claude, wo beim rauchigen Feuer noch viele Fragen
gestellt werden. Die Maasai-Decken sind nun sehr
wichtig, denn die „Winterabende“ bringen sehr schnell
kühle Luft von den umliegenden Bergen. Claude
beantwortet noch Vieles aus seinem Bereich, Désirée
schildert ihre Erlebnisse aus Sicht der Familie. Es wird
spät, gut geräuchert und gekühlt verabschieden wir uns
gegen Mitternacht von den Beiden. Sali und guet Nacht!
|
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Die
Laborräume sind nicht am neuesten Stand, aber zweckmäßig
eingerichtet |
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Dieser
moderne OP-Tisch wartet auf seinen Einsatz |
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Die
tägliche Medikamenten-Ration wird in die Krankensäle
gebracht |
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Geburten
gehören zur täglichen Routine im Wasso-Hospital |
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Eine
Photovoltaik-Anlage bringt zusätzlichen Strom ins System |
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In der
Boma von Lemayan haben die Kinder Spaß mit uns - und wir
mit ihnen |
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In kurzer
Zeit hat sich unser Besuch auch bei den Nachbarn
herumgesprochen |
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Ein
Spielzeug ist so eine Digital-Kamera gerade nicht - aber
die Bilder sind so schööön |
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Besonders
herzlich werden wir wieder nach unserem Besuch
verabschiedet |
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Entlang
des Weges zurück nach Wasso entdecken uns auch andere
Kinder |
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Eine
wunderbare Abendstimmung zwischen Kakteen und Aloe-Vera |
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Am
rauchigen Feuer wird noch lange geschwätzt und
diskutiert |
>>>an
den Anfang
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Sonntag, 26. Juli,
in Wasso
Wasso liegt am Fuß einer Hügelkette, die sich im
Osten des Ortes bis auf 2500 Meter erhebt. Wasso-Hill
wird der Hausberg genannt, er ist heute das Ziel
unserer geplanten Wanderung. Lemayan ist unser
Führer, mit von der Partie sind noch Désirée und
Claude mit ihren Kindern. Zahlreiche Wege führen
nach oben, die Grasflächen werden als Weideland für das
Vieh genutzt und am Gipfel ist ein alter Radiosender zu
erkennen. Bis vor wenigen Jahren waren Funkgeräte die
einzige Verbindungsmöglichkeit, heute hat das Zeitalter
der Handys bereits im kleinsten Dorf Einzug gehalten.
Gut verteilt auf allen möglichen Erhebungen sind
Sendemasten errichtet, wir staunen immer wieder über die
Erreichbarkeit der mobilen Telefone. Auch Lemayan
telefoniert eifrig – irgendetwas erwartet uns oben am
Berg!
Nach etwa 90 Minuten haben wir den Gipfel erreicht, ein
eisiger Wind lässt uns schnell in den Schutz einer
Baumgruppe flüchten – immerhin sind wir ja auf 2500
Metern Höhe. Und dort unter den Bäumen und Büschen
herrscht bereits emsiges Treiben. Da erinnern wir uns,
dass Hertha schon vor Tagen von einer besonderen
Überraschung gesprochen hat und jetzt ist es soweit:
eine Ziege wurde geschlachtet und wird gerade zum Braten
am offenen Feuer hergerichtet. Lemayan erklärt
uns das besondere Ritual beim Töten des Tieres, doch wir
sind heilfroh, dass alles schon vorüber ist. Fünf oder
sechs Maasai-Männer aus dem Dorf, darunter auch
der Bruder von Lemayan sind mit der Zubereitung
und gleichzeitigem Feuermachen beschäftigt. Während die
Fleischstücke fein säuberlich auf Holzspieße gesteckt
und rund ums Feuer angeordnet werden, genießen wir
weiter oben die sagenhafte Aussicht in die schier
unendliche Ebene in Richtung Westen. Mittlerweile sind
auch Hertha und Roger mit dem Geländewagen
von der anderen Seite des Berges heraufgekommen, im
Gepäck ein leckeres Essen für „Nichtfleischesser“:
Chipsi Mai (oder Yai – wie schreibt man
das?), das sind Erdäpfelstücke mit Ei gebraten und dazu
Salat. Aber ums Kosten des gebratenen Ziegenfleisches
sind wir nicht herumgekommen, immer wieder bringen die
Männer knusprig Gebratenes und schneiden mit ihren
scharfen Messern kleine Stücke ab. Danach beobachten sie
recht genau, ob es uns auch schmeckt und freuen sich
über zufriedene Gesichter – ich geb’s zu: eine wenig
geschauspielert hab ich schon…
Als so genannter Nachtisch wird dann ein Topf gebracht,
worin sämtliche Innereien, Talg und Fett gekocht wurden.
Schlichtweg genial und OSKARL-reif dann das
Abseihen der Suppe durch Büschel von Moos, welches
zwischen zwei Hölzern eingeklemmt wird. Der Blechnapf
mit dem gefilterten Inhalt wird dann reihum gereicht,
Ursula und ich schaffen es irgendwie, dass der „Kelch an
uns vorübergeht“. Der Geruch bleibt dennoch
unvergesslich. Genauso unvergesslich, aber in anderem
Sinne, dann der folgende Tanz der Maasai-Männer.
Alle haben sie jetzt ihre Decken um die Schultern
gewickelt und gehen zuerst in einem auffallend wiegenden
Schritt um uns herum. Monotoner Gesang, eigentlich nur
Laute, die aus dem Kehlkopf in unterschiedlichsten
Tonhöhen kommen, gibt den Takt an. Dann wird ein Kreis
gebildet und ein Maasai springt inmitten der
anderen in die Höhe. Ein fantastisches Bild ergibt sich
von meinem Standpunkt aus, denn hinter den Männern
erstreckt sich bis zum Horizont die schon oben erwähnte
schier unendliche Ebene, sie schweben förmlich in der
Luft. Ein flaches Sonnenlicht gibt dem Ganzen einen
wunderbaren Anstrich, die Gesichter der Tänzer erhellen
sich in diesem warmen Licht. Ist das jetzt eine
Touristenattraktion? Wird das ganze Schauspiel nur für
uns veranstaltet? Fragen über Fragen, die wir später
Roger und dann auch Claude stellen. Beide
bestätigen uns aber, dass dies etwas ganz Normales im
Leben der Maasai darstellt. Es muss nicht immer
ein spezieller (hier würde „touristischer“ besser
passen, denn speziell ist es für die Maasai in
jedem Fall), also ein Anlass sein, um eine Ziege zu
schlachten oder zu tanzen. Und heute hat es halt
zufällig gepasst, dass Besuch aus Europa da ist und
daran teilhaben kann. Es gibt wirklich schöne Zufälle,
gell Hertha?
Das Angebot mit dem Auto zurückzufahren, nehmen einige
der Gruppe wahr. So auch Ursula und ich, wo wir
nach der Rückkunft im Dorf noch den sonnigen
Spätnachmittag für einen Rundgang nützen können. Jetzt
merkt man richtig, dass die Dorfbewohner an die
Anwesenheit von weißhäutigen Besuchern gewöhnt sind.
Freundlich werden wir gegrüßt, ein Hello oder
Jambo ertönt uns überall entgegen – wie angenehm.
Bei der Dorfkneipe an der Hauptstraße schauen wir
natürlich rein, denn bei solchen Lokalitäten gibt es
immer was zu sehen (und zu trinken). Hier steht ein
Billardtisch auf der Terrasse, wo das einstmals grüne
Tuch gar arg strapaziert wird. Aber es haben alle ihr
Vergnügen dabei, auch wenn die Spielregeln halt nur
irgendwie eingehalten werden. Ein fröhlicher Abschluss
eines ereignisreichen Tages.
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|

Am Gipfel
des Wasso-Hill mit fantastischer Sicht in die weite
Ebene |
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Picknick
am Sonntag mit Désirée,
Joël und Soraya |
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Fleischstücke einer Ziege werden rund um das Feuer auf
Holzspießen angeordnet |
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Alles wird
verwertet - Talg und Fett wird von der Haut entfernt und
dann gekocht |
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Es macht
den Maasai sichtlich Freude, dass wir ihre Gäste sein
dürfen |
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Variantenreicher Schmuck verleitet immer wieder zum
Hinschauen |
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Unter
ihrer "Shuka" tragen die Männer eigentlich recht dünnen
Stoff |
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Und
irgendwo zwischen den vielen Halsketten findet sich auch
ein Handy... |
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Die Suppe
aus Innereien, Fett und Talg ist fertig und wird kräftig
durchgemischt |
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Fertig zum
Abseihen - ein geniales Stück Natur aus Moos und Holz
dient als Sieb |
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Den Maasai
schmeckt es sichtlich, wir beschränken uns auf den Duft |
|

Aufstellung für den Tanz, welcher von einem speziellen
Gesang begleitet wird |
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Lemayans
Bruder ist eine stolze Erscheinung und führt die Gruppe
an |
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Vor dem
Hintergrund einer schier unendlichen Weite erleben wir
Eindrucksvolles |
>>>an
den Anfang
|
Montag, 27. Juli,
in Wasso
„Pre Primary & Primary English Medium School“
steht auf einem Schild an der Dorfstraße. Als Zusatz
darunter: „Sensitizing Top Quality Education“
(sensibilisieren im Sinne von vorbereiten). Ein
kalter Wind bläst uns entgegen, als wir den staubigen
Weg in Richtung Schule einschlagen. Immer wieder wirbelt
eine Sandwolke durch die Luft, umhüllt uns sekundenlang
und zieht Richtung Dorf weiter. Unser Besuch ist
natürlich angekündigt, schon von Weitem rufen uns die
Kinder viele Hellos aus den Fenstern des Gebäudes
entgegen – der Unterricht fällt für die nächste Stunde
sicher aus. So stürmisch wie der Wind fällt die
Begrüßung am Schulhof aus, allerdings keineswegs kalt
wie er, sondern herzlich warm und vor allem neugierig.
Dutzende Arme strecken sich uns entgegen, das Repertoire
an englischen Vokabeln ist unerschöpflich, große
Kinderaugen und kleine Hände wohin man schaut. Wir
werden dem Direktor und einigen Lehrern vorgestellt, die
Kinder sind plötzlich wie von Zauberhand geführt vor uns
in einer fast militärisch anmutenden Formation
angetreten und beginnen nun lauthals zu singen –
Betonung richtig auf lauthals! Danach beginnt die
Führung. Natürlich unter großer Anteilnahme der Kinder,
welche darin besteht immer und überall vor der Kamera
aufzutauchen, um anschließend das Ergebnis am Display zu
kommentieren. Trotzdem gelingt es uns einen guten
Überblick über die Einrichtung der Schule zu erhalten:
Klassenzimmer mit Tischen, Stühlen und Bänken, an den
Wänden Landkarten, Bildgeschichten auf Lehrtafeln und
Aufklärung über die Ansteckung mit dem HIV-Virus. Gleich
daneben Ruhe- und Schlafräume und die Küche mitsamt dem
Lagerraum für Lebensmittel. Zurzeit werden 90 Kinder
unterrichtet, etwa 35 von ihnen bleiben auch über Nacht
hier, deshalb die Schlafräume und die Küche. Hier
scheint das „Schulegehen“ richtig Spaß zu machen, doch
ganz offensichtlich ist unser Besuch ein Anlass, diesen
Spaß noch zu vergrößern. Das bemerken wir auch bei den
Lehrern und beim Direktor, die nicht müde werden unsere
zahlreichen Fragen zu beantworten.
Der Rückweg führt dann durchs Zentrum des Dorfes, vorbei
an zahlreichen kleinen Geschäften, Werkstätten, Friseur
und Kleiderladen. Schreiner, Schlosser, Schneider und
Schuhmacher (Maasai-Sandalen!) entdecken wir ebenfalls
hier und unweit des Krankenhauses dann eine Mühle. Hier
bringen die Menschen ihr Getreide, Mais oder Hirse her,
es wird zu Mehl vermahlen und der „Müller“ kassiert
dafür ein kleines Entgelt. Manchmal auch in Form von
„Naturalien“, wie wir erklärt bekommen. Gar nicht viel
anders, als es noch vor sechs Jahrzehnten in unserem
Dorf Anthering bei Salzburg gehandhabt wurde. Bei
uns wurde die Mühle zum Teil noch mit Wasserkraft
betrieben, hier in Wasso sorgt ein
Diesel-Generator für den Antrieb des Werkels.
Mittlerweile hat sich auch das Aussehen von Hertha
entscheidend geändert, wie wir uns bei der Rückkehr zum
Guest-House überzeugen können. Ach – das habe ich
ja vergessen: Hertha hat Besuch der
Hausfriseurin, die in mühseliger Fingerarbeit präzise
Rastazöpfe auf ihrem Kopf produziert. Das Ergebnis
schaut euch auf den Bildern an. In jedem Fall
sehenswert!
Eine einstündige Fahrt am Nachmittag hat eine bizarre
Fels-Mugel-Landschaft im Randgebiet der Serengeti (nicht
beim gleichnamigen National-Park!) zum
Ziel. Roger und Lemayan beweisen im Team
ihre tolle Fähigkeit als Fährtenleser, denn manches Mal
ist nicht viel mehr als eine Reifenspur im Gelände zu
sehen. Zwischen einigen Felsen machen wir Halt, ein
kurzer Fußmarsch führt uns zu einer Wasserstelle
hinunter. Schon aus einiger Entfernung ist Schnauben und
Grunzen zu hören, der Geruch bestätigt es: Flusspferde!
Etwa zwei Dutzend dieser Kolosse suhlen sich im Hippo-Pool, die wir nun, unter Schatten spendenden
Bäumen sitzend, beobachten können. Kleine Affen toben
immer wieder laut kreischend durch die Äste, auf der
angrenzenden Wiese – besser gesagt Grünfläche – ist ein
Warzenschwein beschäftigt den Boden zu durchwühlen. Von
einem Felsmugel, den wir dann noch erklimmen, gibt es
fantastische Ausblicke in diese endlose Weite der
Savanne. Die Sonne zaubert wunderbare Licht- und
Schattenspiele auf die Landschaft, welche durch vorbei
ziehende Wolken zu einem besonderen Schauspiel gestaltet
werden. Auch ein kleines Felltier, ähnlich unserem
Murmeltier, genießt unweit von uns den Ausblick.
Roger erkennt es als Hyrax – ein Klipp- oder
Buschschliefer – der uns Eindringlinge in seinem
Hausgarten kurz mustert und mit einem „Knarzpfeifer“
(das Wort hab ich erfunden) verschwindet.
Nach der Rückkehr plagen mich arge Gliederschmerzen,
mein Kopf summt wie ein Bienenhaus, hohes Fieber und
dann noch Schüttelfrost kommen dazu. Ursula
bittet eines der holländischen Mädchen, die ihr
Medizinpraktikum hier am Krankenhaus absolvieren, mich
genauer anzuschauen. Nach dem Essen bringt Ilse,
so der Name der jungen Studentin, mich rüber ins Spital,
ein Bluttest ergibt Gott sei Dank keinen Hinweis auf
Malaria. Mit einer Doppeldosis Aspirin, heißem Tee und
in einige Decken gewickelt verkrieche ich mich ins Bett,
mit wirren Träumen bin ich irgendwann dann
eingeschlafen. Ursula berichtet später, dass ich
recht gegrunzt habe – wahrscheinlich sind mir die
Flusspferde vom Nachmittag begegnet!
|
|

Am Weg zur
Schule, wo die jungen Mädels und Buben die englische
Sprache erlernen |
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Lauthals
werden wir Besucher mit einem Lied begrüßt |
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Was ist
größer: die Freude oder die Neugierde, wenn Europäer in
der Klasse sind? |
|

Aufklärung
auch bei den Kleinen über die Gefahr der Ansteckung mit
dem HIV-Virus |
|

Ursula hat
diese beiden Mädchen ins Herz geschlossen - und
umgekehrt |
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Nur selten
ist ein Junge allein im Bild - Sekunden später sind die
Reifen unsichtbar |
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Zurück im
Dorf wird gerade der Bus für die Tagesreise nach Arusha
beladen |
|

Ein weiser
Spruch mit einer gewissen Doppelsinnigkeit für die
Menschen hier |
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Ein
Anblick zum Schmunzeln - im Kiosk werden
Telefon-Wertkarten verkauft |
|

Eine Mühle
ist ganz wichtig für die Bewohner um den Mais zu mahlen |
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Der
Friseur im Aufbruch zur "Neuen Generation" - hier nur
für Männer |
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Hier die
"Neue Generation" für Frauen - Hertha am Vormittag um
9:00 Uhr |
|

Geduldig
und mit viel Humor erträgt sie die Verschönerung, es ist
11:00 Uhr |
|

Nach 4½
Stunden und sichtlich erschöpft präsentiert Hertha das
Kopfkunstwerk |
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Während der
Fahrt durch das Randgebiet der Serengeti sichten wir
Buschböcke |
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Ein
eleganter Springer der mit allen Vieren gleichzeitig
abhebt |
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Der
Klipp-Schliefer schaut dem europäischen Murmeltier
ähnlich - nur pfeifen kann er nicht... |
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Flusspferde tummeln sich untertags am liebsten im Wasser |
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Argwöhnisch werden wir alle ständig beobachtet und mit
lautem Grunzen bedacht |
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Serengeti
Einsamkeit - an solche Stellen gelangen wir nur dank
Roger und Lemayan |
>>>an
den Anfang
|
Dienstag, 28. Juli, Fahrt zum Lake Natron
Im Hof vor dem
Guest-House herrscht emsiges Treiben. Roger
schlichtet unsere Taschen rückwärts in den
Land-Cruiser, Lemayan hilft mit. Triphonia
– die Perle des kleinen „Hotels“, welche kocht, wäscht
und putzt – verabschiedet sich von jedem Einzelnen,
Désirée kommt mit den Kindern auch noch vorbei. Von
den holländischen Mädchen verabschieden wir uns
ebenfalls mit den besten Wünschen für ihre weitere
Tätigkeit als Ärztinnen. Es ist nicht zu ändern: Unsere
Gruppe reist weiter, die Rundfahrt wird fortgesetzt. Die
Erlebnisse hier in Wasso werden in guter, in
tiefer Erinnerung bei uns bleiben.
Mein Körper hat die
Aspirin-Kur verdaut, gibt mir aber gleichzeitig zu
verstehen, dass noch nicht alles überstanden ist. Also
„pole, pole“. Dies gilt auch für Roger, denn
die Piste ist manches Mal eine Art Geröllhalde, auf der
wir uns schlingernd fortbewegen. Wir befinden uns auf
einem Plateau, der so genannten Rift-Valley-Ridge,
unser Ziel liegt tief unten in diesem großen Graben, wo
der abflusslose Lake Natron den Glutkessel von
Osttansania an der Grenze zu Kenia bildet. Wie
schon erwähnt liegt Wasso auf 2000 Metern Höhe,
nun geht es hinunter auf etwa 600 Meter durch eine
vollkommen von vulkanischen Bewegungen geformte
Landschaft. Bei Regen wird sodahaltiges Material
(Natriumcarbonat oder Sodaasche) von den Flanken der
Vulkankegel herausgespült und zum See transportiert.
Doch bei der fast unerträglichen Hitze verdunstet das
Wasser relativ schnell und zurück bleibt eine
grell-weiße salzige Schicht. Bei einer Rast unter
schattigen Akazien blicken wir weit ins Rift-Valley
hinunter, die helle Oberfläche des flachen Salzsees
flimmert in der Ferne.
Doch große Überraschung
dann unten am See, welchem wir zuerst nordwärts
entlangfahren. Immer wieder sprudeln kleine Wasserläufe
aus den Felswänden heraus und bewässern somit die
flachen Ufer des Sees. Die Viehherden leben hier
anscheinend in paradiesischen Verhältnissen. Doch der
Schein trügt, denn wie man an den weißen Krusten
erkennen kann, ist das Wasser ebenfalls stark mit Salz
angereichert. Das Vieh weiß das und natürlich auch die
Menschen. So sammeln sich diese nur an ganz bestimmten
Stellen, wo das Wasser bereits eine längere Strecke über
Geröll und Gras geflossen ist und somit der Salzgehalt
auf ein erträgliches Maß minimiert wurde. Weiter
nördlich führt die Piste direkt an den See heran und wir
sichten nun die wahre Attraktion in dieser unwirtlichen
Gegend: Flamingos! Tausende Zwergflamingos und die
wesentlich größeren rosafarbigen Flamingos fühlen sich
da im ätzenden, 40 Grad heißen Soda-Schlamm sichtlich
wohl und durchwühlen mit ihren Schnäbeln unablässig den
Boden an den seichteren Stellen. Dieses Algenmeer aus
purpurfarbigen Bakterien ist eine wichtige
Nahrungsgrundlage in diesem riesigen
Fortpflanzungsgebiet der Flamingos. Doch nicht nur sie
schätzen dieses Angebot an Fressbarem:
Gelbschnabelstörche, Schwarzibisse, Löffler, Pelikane
und der afrikanische Gänsereiher tummeln sich in großer
Zahl am und im Wasser. Und wiederum taucht aus dem
endlosen „Nichts“ ein groß gewachsener Maasai
auf, wenig später ein zweiter. Ulrikes Annahme,
dass die Männer hier nur den ganzen Tag spazieren gehen
– erhobenen Hauptes natürlich – scheint sich zu
bewahrheiten…
Auch wir spazieren nun
gemächlich auf eine schmale Halbinsel zu. Gemächlich
deshalb, weil einerseits die Hitze lähmend wirkt und
andererseits sich vor uns Tausende Vögel auf einem
schmalen Felsband befinden. Es sind dies
Gelbschnabelstörche und einige Kolonien weißer Pelikane.
Vor ihnen im seichten Wasser durchpflügen Flamingos
unbeirrt den Schlamm. Wie nahe schaffen wir es? Die
Antwort folgt Sekunden später. Zuerst eine kleine
Gruppe, dann zwanzig, dreißig Störche – die
Kettenreaktion erfasst binnen Sekunden Hunderte von
Vögeln, die nun mit knatternden Flügelschlägen und
lautem Gekreische vom Felsen und aus dem seichten Wasser
abheben. Auch in meiner Kamera löst dies eine
Kettenreaktion aus, um dieses Schauspiel festzuhalten.
Als letztes erheben sich nun auch die Flamingos in die
Luft, das heißt sie nehmen zuerst Anlauf und schlagen
mit den Flügeln fast aufs Wasser, bevor sie langsam an
Höhe gewinnend sich von uns entfernen. Weiter draußen im
tieferen Wasser stehen tausende rosa Flamingos wie viele
Inseln am Horizont, hier errichten sie auch ihre
Nisthügel um zu Brüten.
Einer der
Maasai-Männer fährt dann mit uns ein Stück zurück,
er hat seine Herde bei einer Wasserstelle gelassen. Also
doch Arbeit, wie nun auch Ulrike bemerkt. Er
erklärt Roger, dass derzeit unzählige
Rinderherden aus Kenia hierher in den Süden
wandern. Kenia wird von der schlimmsten
Trockenheit seit 12 Jahren heimgesucht, die Menschen
sind verzweifelt, weil mit dem fehlenden Wasser
natürlich auch die Weideplätze vertrocknen. Massenhaftes
Tiersterben ist die Folge, die geschwächten Tiere
verenden zahlreich, wie wir immer wieder an den Kadavern
entlang der Piste sehen können.
Im Dorf Engare Sero
erklimmen wir eine schmale Schotterstraße hoch zu einer
Art Terrasse, von wo wir in seiner ganzen Pracht den
Heiligen Berg der Maasai, Ol Doinyo
Lengai erblicken. Unter uns liegt das geschäftige
Dorf mit vielen Dukas und kleinen Lokalen und
hinter uns ein Restaurant, welches Hertha für
unser Abendessen ausgesucht hat. Leider hat der Besitzer
irgendwie auf uns vergessen und sieht sich nicht
imstande etwas auf die Schnelle zu organisieren. So sind
wir gleich wieder unterwegs zu einem Platz etwa zwei
Kilometer weiter: Moivaro Lake Natron Tented Camp.
Und das entpuppt sich als absoluter Glückstreffer,
sowohl was den Campground und auch das
angeschlossene Restaurant betrifft. Ja natürlich:
Campground! Heute werden die Zelte ausgepackt und
unter den ausladenden Akazien aufgestellt. Ursula und
ich schwelgen in Erinnerungen an unsere „Zelttouren“ –
es ist schon einige Zeit aus, dass wir kniend in unsere
Unterkunft geschlüpft sind. Doch die Routine beim
Aufstellen des Zeltes ist noch vorhanden und schnell
steht die Kuppel auf der weichen Wiese. Denn nun lockt
das perfekte Abendlicht direkt vor dem Campgelände und
der mächtige Ol Doinyo Lengai im orange-roten
Schimmer der untergehenden Sonne. Einfach überwältigend!
Wie schon angedeutet,
ist das Restaurant, besser gesagt die dazu gehörende
Küche ganz ausgezeichnet und verwöhnt uns mit
schmackhaften Gemüse-Curry Gerichten. Besonders erwähnen
muss man das Servierpersonal, welches mit fast
unbeschreiblicher Freundlichkeit die Gäste hier betreut.
Es wird ein lauschiger Abend unter einem millionenfach
bestückten Sternenhimmel, welchen wir dann später aus
den bequemen Gartensesseln heraus bestaunen. Schon lange
keine Milchstraße mehr gesehen…
Dass wir aber hier keine
Milch trinken ist irgendwie verständlich, es wird ein
wenig spät (wie wenig ist eigentlich wenig spät?) und
der hochgewachsene Kellner fragt zu fortgeschrittener
Stunde höflich nach, ob wir seine Dienste noch
beanspruchen. Da keine eindeutige Antwort unsererseits
erfolgt, spricht er mit einem umwerfenden Lächeln im
Gesicht:“… oh, it is no problem. I am still hanging
around here!“ Das sorgt natürlich für große
Heiterkeit und bringt ihm und seinem Team prompt die
Bezeichnung The Hanging Around People
ein, worüber wir alle zusammen herzlich lachen müssen.
|
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Die
abenteuerliche Fahrt durch die Grabenwand hinunter zum
Lake Natron |
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Üppiges
Grün entlang der schmalen Rinnsale, welche weiter
draußen als Viehtränke dienen |
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Ein
Gelbschnabelstorch und ein Kuhreiher betrachten uns
neugierig |
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Hunderte
Störche und Flamingos erheben sich bei unserer
Annäherung in die Luft |
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Flamingos
sind elegante Flieger, auch wenn sie beim Starten etwas
schwerfällig wirken |
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Weiter
draußen in der salzigen Brühe bauen die Rosa Flamingos
ihre Nisthügel |
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In der
einsamsten Gegend tauchen aus dem Nichts zwei
Maasai-Männer auf |
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Zwergflamingo und der große Rosa Flamingo durchpflügen
unbeirrt den Schlamm |
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Maasai-Frauen mit prächtigem Schmuck sind ein schöner
Anblick |
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Hinter dem
Dorf Engare Sero thront der Heilige Berg der Maasai: Ol
Doinyo Lengai, 2878 m hoch |
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Vom Regen
zerfurchte Ascheflanken des noch tätigen Vulkans im
zarten Abendlicht |
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Zu dieser
Frau gesellen sich später noch fünf Frauen dazu und
blicken zum Heiligen Berg |
>>>an
den Anfang
|
Mittwoch, 29. Juli, Fahrt nach Engaruka
Dürres Savannengras
bildet kleine Hügel in der weiten Ebene aus vulkanischer
Asche, als dürftiger Sitzpolster reicht es aber. Es ist
6:30 Uhr in der Früh, der Himmel hinter und über dem
gegenüber liegenden Mt. Gelai färbt sich
zartrosa. Ich sitze mit der Kamera ganz allein hier
draußen, das Geräusch welches durch einen leichten Wind
verursacht wird ist das einzige, was momentan zu hören
ist – einfach wunderbar. Ursula gesellt sich zu
mir und wir genießen in vollen Zügen dieses Tagerwachen
in der unendlichen Weite am Fuß des Ol Doinyo Lengai.
Am Horizont, ja es ist wirklich ein Horizont, dort
tauchen zwei, drei Menschen auf. Zwei Kinder, ein
Mädchen und ein Bub, entdecken uns, Minuten später
sitzen sie ebenfalls auf dem Grashügel. Große braune
Augen und blitzend weiße Zähne strahlen uns entgegen,
eine Kauderwelsch-Konversation bringt uns alle zum
Lachen. Die Kamera erregt naturgemäß die Neugierde der
beiden Kinder, wie kann man einen Berg, den Himmel da
hinein bringen? Und dann auch noch gleich anschauen? Im
Handumdrehen ist der Sonnenaufgang vergessen, das
Mädchen hat den Riemen um den Hals und fixiert alles in
der Umgebung durch den Sucher der Kamera. Klick. Und
gleich wieder klick, dann im Dauerklick – alles rundum
wird fotografiert und sogleich kommentiert. Nun kommt
Karl zu Hilfe – seine Olympus wird genauso
beschlagnahmt. Es ist einfach so schön, diese lebhaften
Kinder um sich zu haben. Zum Schulunterricht kommen die
Beiden heute sicher zu spät!
Nach dem Frühstück steht
eine Wanderung zum Wasserfall am Programm. Augustus,
ein junger Maasai, begleitet unsere Gruppe und
hilft bei den zahlreichen Querungen des gar nicht so
seichten Baches. Nach etwa 40 Minuten sind wir beim
ersten Fall angelangt, ab hier geht’s nur mehr in
Badebekleidung weiter. Üppigste Vegetation wuchert von
den steilen Wänden herunter, sogar Palmen haben sich auf
schmalen Felsvorsprüngen festgekrallt. Doris und
Karl, sowie Hertha und Roger
kraxeln noch weiter zum zweiten Wasserfall, um dann über
eine schmale Felsrutsche in den Pool vor uns zu
platschen – es ist fast unvorstellbar, diese
Wasserpracht hier zu genießen und 10 Kilometer weiter
draußen verdurstet das Vieh…
Zurück am Camp erwartet
uns die Hanging Around Crew zum Mittagessen. Mit
herzlicher Fröhlichkeit und vielen guten Wünschen werden
wir anschließend in die sprichwörtliche Wüste entlassen
– eine heiße, staubige Fahrt liegt vor uns. Die Piste
führt durch das Natron Nature Reserve an der
Ostseite entlang des Heiligen Berges. Einige
Aussichtspunkte bringen immer neue Anblicke dieses
Vulkans, der auf der anderen Seite eine flachere Flanke
aufweist. Hier starten die Besteigungen rauf zum
Kraterrand, die aus bergsteigerischer (was für ein
Wort!) Überlegung bereits in der Nacht erfolgen müssen.
Und es sind nicht wenige Kraxler die da pro Saison den
Ol Doinyo Lengai besteigen! An dieser Stelle:
„Good Luck“ für Claude Rieser bei seinem
zweiten Versuch.
Das Dorf Engaruka
erreichen wir in der Dämmerung. Auffallend die üppige
Vegetation, sprich Mais- und Gemüsefelder in der
Umgebung. Das hat seine Ursache im dahinter liegenden
Gebirge rund um den Loolmalasin Mountain, an
dessen Abhängen der Niederschlag quasi festgehalten
wird, bevor er in unzähligen Bächen in Richtung Rift
Valley abfließt. Dementsprechend auch unser
Campplatz unter dichtgrünem Baumbestand, wo wir heute in
größerem Abstand als gestern unsere Zelte aufstellen.
Hat irgendwie mit Schnarchgeräuschen zu tun…
Es ist unser letzter Abend, das Ende der Safari,
hier draußen in freier Natur, bevor es morgen zurück
nach Arusha geht. So ist es nicht
außergewöhnlich, dass nach einem wieder hervorragenden
Essen eine Plauderrunde sitzen bleibt. Diesmal ohne
Hanging Around People – der Chef vom Campplatz
namens Salomon ist weise und stellt einfach
einige kühle Bierflaschen zur Verfügung, auf einem
Zettel werden Stricherl gemacht! Und die Kühle der
einbrechenden Nacht sorgt dafür, dass es nicht allzu
spät wird. Müde und ein bisschen wehmütig verkriechen
wir uns im Zelt – die Shukas sind in dieser
letzten Zeltnacht sehr willkommen.
|
|

Im Osten
liegt das Gebirge rund um Mt. Gelai, wo sich der neue
Tag ankündigt |
|

Kurz vor
sieben Uhr taucht die Sonne die Landschaft in ein
zauberhaftes Licht |
|

Zwei
Kinder am Weg zur Schule haben uns entdeckt |
|

Fotografieren ist doch etwas sehr Spannendes und zudem
aufregend... |
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... wenn
das Ergebnis gleich betrachtet UND kommentiert werden
kann! |
|

Karl als
bereitwilliger Lehrer gibt wertvolle
Tipps (?) zum gegenseitigen Fotografieren |
|

Mein
Lieblingsfoto - ohne weitere Erklärung
|
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Dieses
Bild von unserem Zeltcamp wurde von dem kleinen Mädchen
"geschossen" |
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Erst ein
größerer Junge beendet die Fotosession - zum Unterricht
kommen sie heute zu spät |
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In der
Zwischenzeit ist auch der Heilige Berg im Sonnenlicht -
das Leben beginnt in der Ebene |
|

Fast
unglaublich dieser Bach mitten im kargen Felsland als
willkommene Tränke |
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Gut
behütet von Augustus beginnt die Wanderung zu den
Wasserfällen |
|

Etliche
Male müssen wir den Bach queren und ein Stück im Wasser
aufwärts waten |
|

Hertha
schaut ein wenig besorgt drein, denn manche Querungen
sind recht abenteuerlich |
|

Der Lohn
am "Fastende" des Tales sind diese Fälle heraus aus
üppigster Vegetation |
|

Mit
Badebekleidung ist auch der hintere Wasser-fall zu
erkunden, retour geht's über die Rutsche |
|

Adenium
obesum - Elephantfoot oder auch Wüstenblume heißt diese
skurrile Pflanze |
|

In jedem
Fall ein schöner Anblick in der menschenfeindlichen
Lavawüste |
|

Ol Doinyo
Lengai ganz nahe: die weiße Asche und der zerfurchte
Kegel sind gut zu sehen |
|

Der
Heilige Berg von der Ostseite - rechts das so genannte "Gods
Bed" |
|

Dort wo
Wasser, da auch Akazien und die Giraffen sind auch nicht
weit |
>>>an
den Anfang
|
Donnerstag, 30. Juli, zurück nach Arusha
Der Gockel hat kein
Erbarmen. Immer und immer wieder kräht der Bursche sein
lautes Kikeriki in die Morgendämmerung. Es ist knapp vor
sieben Uhr. Beim Waschhaus herrscht daher noch kein
Andrang, kaltes Wasser sorgt für beschleunigte
Blutzirkulation, warmes Wasser gibt es erst in einer
halben Stunde, wenn der Boiler mit dem Aufheizen fertig
ist. So bleibt genügend Zeit, den Campplatz genauer zu
erkunden und ich stelle fest, dass wir in einem
regelrechten Blumengarten übernachtet haben. In der
Küche wird schon fleißig gearbeitet und mit einem Topf
heißem Wasser kann ich den ersten Kaffee aufgießen – der
hilft den Frühweckergockel zu vergessen!
Das kleine Dorf
Engaruka Juu liegt an der Rift Valley Ridge
und etwa zwei Kilometer in Richtung der Berge gibt es
Ruinen zu besichtigen. Ein örtlicher Guide hat
uns zu einer Tour dorthin „überredet“. Zu sehen gibt es
allerdings wenig, denn die Mauerreste sind nicht nur
sehr spärlich, sondern auch großteils zugewachsen und
stammen angeblich aus dem 15. bis 17. Jahrhundert. Alles
in allem nicht viel zu sehen, so widme ich mich mehr der
Umgebung und den vielen Pflanzen, die es zu entdecken
gibt. Dazwischen immer wieder mächtige Termitenhügel und
da und dort einen Elephantfoot, diesmal mit
dunkelrosa Blüten.
Heftiger Wind begleitet
die Weiterfahrt, es wird eine staubige Angelegenheit
rundum. Im Hauptdorf Engaruka Jini dann eine
Schranke über die Straße, das bedeutet Stopp für uns.
Ein ziemlich unfreundlicher Typ will Geld, Roger
diskutiert äußerst aufgebracht mit ihm. Währenddessen
nähert sich von der anderen Seite ein Jeep, auf
der Ladefläche stehen – na ja, Leute denen ich nicht
allein in der Einsamkeit begegnen möchte. So grimmig
schauen die da runter! Und schwups, die Absperrung geht
auf und der Jeep ist durch. Wenn man bei Roger
Zornesröte sehen könnte, dann jetzt. Wütend bezahlt er,
der Schlagbaum geht langsam hoch und wir können den
ungastlichen Ort verlassen, der in einer beachtlichen
Staubfahne hinter uns verschwindet.
Asphalt, was ist das?
Ein lautes Aaaah geht durch den Land-Cruiser, als
wir auf das schwarze Band rollen. Wir nähern uns Mto
Wa Mbu und der Kreis der Reise schließt sich hier,
denn in westlicher Richtung liegt Karatu, wo wir
vor sieben Tagen im Luxus gewohnt haben. Der Mto Wa
Mbu River – der Fluss der Mücken – verwandelt diese
Gegend in eine grüne Oase am Fuß des
Ngorongoro-Hochlandes. Hertha hat ein
kleines, nettes Restaurant ausgewählt, wo wir wiederum
„zweigeteilt“ unseren Lunch einnehmen: Vegetarier und
Fleischesser. Anschließend bleibt noch Zeit für einen
Bummel durch den Ort, der sich hervorragend auf die
zahlreich durchkommenden Safari-Touristen eingestellt
hat. Und es wechseln die letzten Souvenirs die Besitzer…
Laiboni ist der
Name eines angesehenen Medizin-Mannes der Maasai,
der sich in der Heilkunst mit Kräutern, Pflanzen und
Baumrinden bestens auskennt. Nun - bei den „weißen
Menschen“, die nacheinander vor ihm Platz nehmen, lautet
die Diagnose, welche mittels Steinen etc. erstellt wird
einhellig: Gesund! Zuerst Hertha und dann
Ulrike sind rundum pumperlgsund und es gibt keine
heilenden Essenzen mit auf den Weg. Nachdem dieser
Laiboni mit 10 Frauen zusammenlebt und angeblich
über 80 Kinder hat, ist sein Heim schon ein kleines
Dorf, welches wir im Anschluss an die Sitzung
besichtigen dürfen. Der kurze Rundgang ist schockierend
und passt so überhaupt nicht zum Nimbus des
Wunderheilers. Abfälle und Unrat wohin man schaut und
über all dem eine entsetzliche Fliegenplage. Myriaden
dieser Quälgeister schwirren und sitzen auf Mensch und
Tier, wir bleiben da keine Ausnahme. Absolut
unverständlich, wenn wir an die vergangenen Begegnungen
mit Maasais in ihren wesentlich gepflegteren Bomas
zurück denken. Hier scheint das alles nun nicht mehr zu
stimmen.
Somit gestalten sich die
letzten Fahrkilometer Richtung Arusha etwas
nachdenklich, das Eintauchen ins laute Stadtleben
braucht seine Zeit. Im Meru-House-Inn beziehen
wir unsere Zimmer (wir sind im gleichen Raum wie vor
neun Tagen, die Wäscheleine wird sogleich aktiviert!).
Am Abend dann ein letztes gemeinsames Essen, das aber
sehr fröhlich abläuft – ohne Sentimentalitäten, die aber
durchaus erlaubt wären. Hertha und Roger
werden mit Lobesworten überhäuft, Hertha bekommt
ein „Reisetagebuch“, wo sich alle eintragen und auch für
künftige Safari-Teilnehmer Platz zum Niederschreiben
ihrer Eindrücke ist. Für Roger hat Ulrike
ein Gedicht verfasst, welches ihm unter Beifall aller
vorgelesen und zusammen mit einem dicken Kuvert
übergeben wird. Damit endet die offizielle „GEA-Safari“
– nach neun wunderbaren Tagen in einem faszinierenden
Land, mit tiefen Eindrücken von den Menschen die hier
leben, mit fantastischen Erinnerungen an die grandiose
Tierwelt die wir erleben durften und mit vielen Gedanken
und Überlegungen für die Zukunft, derartige Projekte in
jeder Hinsicht zu unterstützen. Das soll aber nicht so
aussehen, dass ab jetzt Massen von Menschen diese
behutsame Reise antreten, sondern dass die wenigen
„Auserwählten“ eine Botschaft nach Europa bringen, die
ziemlich deutlich ausfällt. Wie dies ein jeder Einzelne
von uns macht und in Zukunft umsetzen wird, ist
zweitrangig – wichtig ist, DASS etwas gemacht wird!
Mit diesen Gedanken
beenden wir die Schilderung dieser GEA-Reise, Ursula und ich haben ja noch fünf Tage Zeit, um
uns einen weiteren Traum zu erfüllen. Als eingeschworene
Fans von Hardy Krüger möchten wir unbedingt zur
Momella-Lodge, die ja einen großen Teil seines
Lebens geprägt hat. Aber darüber mehr im nächsten
Abschnitt – also dranbleiben, es gibt sensationelle
Tieraufnahmen zu bestaunen!!!
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Ein tolles
Kleidungsstück ist dieses Wickeltuch - besonders beliebt
mit Obama-Konterfei |
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Der
Campplatz in Engaruka liegt in einem Garten voll mit
herrlichen Blumen |
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Diese
Blüten - eigentlich Samenkapseln - gehören zu einer
Bananenstaude (lt. Salomon) |
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Ein
Elephant-Foot mit dunklen Blüten ist ein leuchtender
Punkt in der Wildnis |
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Grimmig
dreinblickende Gestalten - wird hier vielleicht ein Film
gedreht? |
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Alles ist
möglich mit Muskelkraft auf dem Weg zum Markt in Mto Wa
Mbu |
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Ehrlich
gesagt, gefallen mir die Maasai-Sandalen besser |
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Ulrike
spuckt auf die Steine - Laiboni sieht darin keine
Krankheit... |
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Angeblich
über 100 Jahre alt hat er 10 Frauen und 80 Kinder |
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Dementsprechend groß das Dorf und auch die einzelnen
Häuser für je eine Familie |
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Essenzubereitung im Freien - die ältere Frau in der
Mitte lädt uns ein zum Mitessen |
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Zwar sind
wir nicht hundertprozentige Vegetarier, aber hier in
jedem Fall |
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Ein
letzter Eindruck von diesen faszinierenden Menschen... |
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...bevor
uns der Trubel in der Stadt Arusha wieder umfängt |
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Vielen
Dank für Alles an Hertha |
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And many
thanks to Roger |
>>>an
den Anfang
|
Freitag, 31. Juli bis Samstag, 1. August, in Arusha
In Arusha wird
uns nicht langweilig, obwohl wir am liebsten gleich zur
Momella-Wildlife-Lodge aufbrechen
möchten. Mit Roger haben wir vereinbart, dass er
uns am Sonntag sehr zeitig abholt und dann zuerst in den
Arusha National Park fährt. So haben wir noch
zwei Tage Zeit für die Stadt mit ihren vielen
Gesichtern, die sie uns in jeder Straße zeigt. Auch sehr
„Touristisches“ wird präsentiert, als wir durch den
Maasai-Market schlendern. Schlendern ist nicht ganz
richtig, denn bei den annähernd 100 kleinen Geschäften
versucht natürlich jede Verkäuferin oder jeder Verkäufer
uns zur Besichtigung in den Laden zu bekommen. Da ist es
manchmal schwierig in Ruhe die schönen, meist
handwerklichen Dinge zu betrachten. Aber mit viel
Lächeln schaffen wir den Rundgang. Erholung finden wir
etwas später im legendären Arusha-Hotel, das
während der Drehtage zum Film „Hatari“ den
Großteil der Paramount-Filmcrew beherbergte. Auch
fanden hier hektische Land- und Besitzverkäufe statt,
als sich Ende 1961 Tansania von den Briten lossagte und
eigenständig wurde. Erzählungen zufolge ist Hardy
Krüger hier auch verkehrt und hat die Momella
Farm von der Familie Trappe erworben – womit wir
bei den Wurzeln angelangt sind und nun schon recht
neugierig sind, was uns tatsächlich am Fuß des Mount
Meru erwartet.
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Verkauft
wird alles unter freiem Himmel - mein Lieblingsstand mit
plärrenden Radios |
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Ebenfalls
im Freien wird Kleidung angepriesen - probiert wird
hinter der Mauer |
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Farbenprächtige Handarbeiten werden im Maasai-Market von
Frauen angeboten |
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Nostalgie
pur im legendären Arusha Hotel, wo John Wayne am
Filmplakat zu sehen ist |
>>>an
den Anfang
|
Sonntag,
2. August, Arusha National Park
Leichter Regen am
Sonntag in der Früh, Nebel über der Stadt. Ein völlig
ungewöhnliches Bild, als wir im kleinen Range-Rover
aus Arusha hinaus fahren. Die Prozedur mit der
Eintrittsgebühr für den National-Park hat uns Roger abgenommen, denn für zwei
Privatpersonen mit Einzel-Guide scheint es gewisse
Auflagen zu geben. So muss man im Voraus die Gebühr in
US-Dollar mittels Kreditkarte hinterlegen, was ja an und
für sich kein Problem darstellt. Allerdings geht das nur
mit einer VISA-Karte und nur mit einer solchen! Wir
verwenden aber eine andere Plastikwährung. Nun gut,
irgendwie hat es geklappt, die 100 US$ landen an der
richtigen Stelle und Roger erhält am Ngongongare-Gate
das Permit. Es ist mittlerweile acht Uhr und
außer uns fährt noch ein zweiter Wagen in den Park.
Mystische Stimmung auf
den ersten Kilometern, der Nebel lichtet sich nur
langsam und klammert sich im dichten Grün der mächtigen
Bäume fest. Erstes Ziel ist der Ngurdoto-Crater,
auf dessen Rand in 1800 Metern Höhe bei einem
Aussichtspunkt Endstation für das Auto ist. Der Blick
hinunter in die Caldera ist atemberaubend, denn
an dieser Stelle fällt die Wand etwa 400 Meter senkrecht
ab. Am Boden ist ein riesiges Wasserloch zu erkennen,
rundum dichte Vegetation und große Sumpfflächen.
Hauptsächlich Büffel halten sich hier auf, ab und zu
auch Elefanten und Giraffen. Heute allerdings sind im
Nebel nur schemenhaft einige Gruppen von Büffel zu
erkennen, was aber gerade deshalb unglaublich
beeindruckend wirkt. Bei der Rückfahrt durch den dichten
Urwald - eine Umrundung des Kraters ist nicht mehr
möglich – toben plötzlich Dutzende Paviane durchs
Unterholz. Eine große Gruppe macht es sich auf der
Straße gemütlich und wir können sie in aller Ruhe
beobachten. Roger hat vorhin bereits das Dach
geöffnet, die Kamera hat somit freie Sicht rundherum!
Minuten später dann hoch oben einige seltsame Gestalten:
es sind Colobus-Affen mit buschigen,
weißen Schwänzen, die mit waghalsiger Akrobatik durch
die Baumkronen turnen. Einem Einzelgänger ist
anscheinend das Treiben zu viel, er zieht sich in
tiefere Regionen zurück und ist damit genau in
Teledistanz – wunderbar. Der Nebel hat sich inzwischen
verflüchtigt und bei der Fahrt zu den Momella Lakes
lässt sich schon die Sonne blicken. Wir aber erblicken
rechts und links Giraffen, Wasserböcke, Warzenschweine
und Büffel, die das taubenetzte Gras abweiden und das
Auto nicht eines Blickes würdigen. Unvermittelt stößt
Roger einen Schrei aus: „…yes, they are here!!!“ Und
das was er meint ist wirklich hier! Nämlich Tausende und
Abertausende Flamingos gleich im ersten der sieben Seen,
die sich wie ein riesiger rosaroter Teppich vor uns
ausbreiten. Einfach unbeschreiblich was sich hier vor
unseren Augen abspielt. Sind es hier die
Zwergflamingos, so erblicken wir beim nächsten See
die großen Artgenossen – und so fort. Laut Parkbroschüre
sind es derzeit etwa 40.000 Vögel, die das
mineralhaltige und daher salzige Wasser nach Nahrung
durchpflügen. Auch Pelikane und Reiher tummeln sich
zwischen den rosa Gesellen, im Ufergehölz entdecken wir
Nilgänse und einige Störche. Völlig unerwartet dann die
Sichtung eines King-Fishers, eines Eisvogels,
direkt im Gesträuch neben dem Weg. Der muss irgendwie
eingedöst sein, denn sonst ist es nicht zu erklären,
dass man den sehr scheuen Vogel aus dieser Nahdistanz
beobachten und auch fotografieren kann – einfach
unglaublich.
Nach einem schmackhaften
Jauserl aus der Box am stimmungsvollen Aussichtspunkt
Boma la megi, fährt Roger zum Momella Gate
am Nordende des Parkes. Eine hübsche Rangerin in
schmucker grüner Uniform und ein fröhlicher Bursch
erwarten uns. Sie ist hauptberuflich hier engagiert und
begleitet – mit geladenem Gewehr – Besucher auf einer
Wanderung zu den Tululusia Wasserfällen. Er ist
Biologie Student und als Volunteer tätig, was uns
wiederum viele tolle Erklärungen der Tier- und
Pflanzenwelt in diesem Gebiet beschert. Nun ja, die
erwähnte Wanderung steht auch für uns am Programm und
entwickelt sich zum absolut atemberaubendsten Erlebnis,
das sich ein naiver Europäer in punkto „Tiererlebnis“
überhaupt nicht vorstellen kann. Denn unser Grüppchen
wandert zwischen Giraffen, Büffeln und Warzenschweinen
einfach mittendurch! Langsam, immer auf Abstand bedacht,
aber doch so nahe, dass ich sehr rasch das Teleobjektiv
an der Kamera mit dem Weitwinkel tausche – unfassbar.
Und es ist nichts zwischen Tier und Mensch, außer
Buschwerk und hohes Gras. Einfach ein überwältigendes
und unvergessliches Erlebnis.
Der Wasserfall stürzt
über freigelegte Lavafelsen etwa 25 Meter in die Tiefe,
eingerahmt von üppiger Vegetation. Imposant sind die
riesigen Fig Trees – Würge-Feigenbaum – die hier
zahlreich vorkommen und mit den wild wuchernden
Luftwurzeln richtige Vorhänge bilden. Daneben wachsen
auch noch Olivenbäume und wilde Mangobäume. Dessen
Früchte sind eine beliebte Delikatesse bei den Affen,
während die reifen Oliven für die Ölpresse nichts
taugen. Am Rückweg zum Momella-Gate beobachten
wir noch einen heftigen Revierkampf zwischen zwei
Warzenschweinen, die mit wehendem Nackenhaar aufeinander
losstürmen und mit den furchterregenden Eckzähnen
zusammenprallen. Eine Gruppe Büffel schaut dem Treiben
gelassen zu, während wir gemächlich den Schauplatz
verlassen.
Momella Gate ist
auch der Ausgangspunkt für die Besteigung des 4566 Meter
hohen Mount Meru. Im unteren Teil führt ein
Schotterpfad entlang der Southern Route zur
Miriakamba Hut, die auch mit dem Geländewagen
befahren werden kann. Ein Stück dieses Weges fährt nun
Roger mit uns hinauf, bis vor uns ein bizarrer
Fig-Tree auftaucht, der anscheinend die Straße
versperrt. Zwei Urwaldriesen sind von den Luftwurzeln
einer Würgfeige umschlungen worden, die im unteren Teil
immer wieder von Elefanten abgefressen werden. So ist
mit der Zeit ein riesiges Loch entstanden, wo man nun
mit dem Auto durchfahren kann – eine imposante Laune der
Natur.
Es geht retour zum
Momella Gate und wir verlassen dort den Park. Die
Momella-Lodge ist in Sichtweite, doch muss man etwa
drei Kilometer rundum fahren, weil der direkte Zugang
durch die Erweiterung des Parkes verlegt wurde. Mit
Roger vereinbaren wir, dass er uns am Mittwoch hier
abholt und zum Flughafen bringt. Bis dahin werden wir
auf den Spuren von „Hatari“ (was übrigens Gefahr
bedeutet) unterwegs sein – drei Tage in einer
traumhaften Umgebung am Fuße des Mount Meru und
Aussicht auf den Kilimanjaro. Ja, genau jetzt
schält sich der weiße Gipfel aus den Wolken und erhält
von der untergehenden Sonne einen zarten rosa Schimmer.
Und als ob das nicht schon kitschig genug wäre,
spazieren noch vier Giraffen an der Lodge vorbei…
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Akrobatische Turner sind Colobos-Affen hoch oben
in den Baumwipfeln |
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Ein Rudel
Paviane zeigt keine Scheu vor Mensch und Auto |
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Doch auf
dem Rücken der Mama ist es doch wesentlich sicherer -
und bequemer |
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Wilde
Mango-Früchte schmecken diesem Blue Monkey
- eine Diademmeerkatze |
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Zwergflamingos und große Rosa Flamingos soweit das Auge
reicht |
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Die
Momella Seen sind stark alkalisch und ein idealer
Futterplatz |
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Ein
prächtiger Anblick und unvergessliches Erlebnis |
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Laut
Parkinformation sind bis zu 40.000 Tiere an den sieben
Seen zu finden |
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Der
Zwergflamingo wird bis zu 100 cm hoch und hat einen
karminroten Schnabel |
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Ein
verträumter King-Fisher (Eisvogel) posiert für
diese Nahaufnahme |
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Schier
unglaublich sind diese Begegnungen mit Giraffen in
"Greifdistanz" |
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Diese
junge Giraffe ist sich nicht sicher, wer da so neugierig
näher kommt |
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Wohl
behütet durch diese Rangerin wandern wir
gemächlich zwischen den majestätischen Tieren |
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Roger
schaut immer wieder nach, ob ich nicht zu weit weg
bleibe |
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Denn bei
diesen Urviechern weiß man nie was sie vorhaben |
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Spektakulär dann der Kampf zwischen diesen beiden Ebern
mit den furchterregenden Hauern |
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Fig
Tree Arch auf dem Weg zum Mount Meru - ein
bizarres Baum-Monument |
>>>an
den Anfang
|
Momella Wildlife Lodge
Ngongongare heißt
übersetzt aus der Merusprache: „Auge des Wassers“. Es
war der Name der ersten Farm von Margarete und Ulrich Trappe im Gebiet des heutigen National-Parks.
Momella
nannten sie das Gebiet, auf dem jetzt die Lodge steht
und das sich bis an die Abhänge des Mount Meru
erstreckt. Im Herbst 1960 wird von der Paramount
Filmgesellschaft auf diesem Gelände ein großes, weißes
Farmhaus errichtet, welches für den Film Hatari
gebraucht wird. Elsa Martinelli, John Wayne und
Hardy
Krüger verbringen hier viele Drehtage bis zum Frühjahr
1961. Im März dieses Jahres kommt es zur Vereinbarung
zwischen Rolf Trappe, Jim Mallory und Hardy Krüger,
welche nun zu je einem Drittel die Besitzer des Gebietes
sind. Im Juni 1961 wird mit dem Bau der Lodge begonnen,
rund um das bestehende Haupthaus werden acht Rondavels –
mit Stroh gedeckte Rundhütten – errichtet. Im November
wird die „Momella-Game-Lodge“ feierlich eröffnet. Hardy
Krügers Familie wohnt in den Häusern der heutigen
Hatari-Lodge. Mitte der sechziger Jahre wird erweitert,
im nahe gelegen Dorf eine Fabrik zur Fleischverarbeitung
errichtet. Der Traum von Mister Hardy endet 1970/71, als
er schweren Herzens seinen Lebenstraum aus teils
politischen Gründen aufgibt – in Momella bleibt die Zeit
stehen.
Es hat den Anschein,
dass wir uns auch heute noch in den späten siebziger
Jahren befinden. Die Ausstattung der Hütten hat sich
nicht verändert, wie auf Fotos gut vergleichbar ist.
Warmes Wasser wird mittels eines riesigen Kessels
erzeugt, der von einem Ungetüm eines Ofens mit Holz
erhitzt wird, die Leitungen führen mehr oder wenig
freiliegend zu den einzelnen Rondavels. So dauert es
etwa zehn Minuten (leider pure Verschwendung), bis
halbwegs laues Wasser aus der Dusche oder dem Hahn
tropft. Vorausgesetzt, dass der Haupthahn geöffnet ist –
in unserem Fall hat man am zweiten Tag darauf vergessen.
Strom gibt es morgens für zwei Stunden und abends von
sechs bis zehn Uhr, mittels eines monströsen und schwarz
qualmenden Generators. Die abendliche Küche der Lodge
beschränkt sich auf zwei Hauptspeisen, welche im Voraus
zu bestellen sind, Vorspeise und Früchte hinterher
bleiben alle drei Tage gleich. Frühstück gibt es vom
Buffet, bestehend aus etwas Weißbrot, Marmelade und
Margarine, aus zwei Schüsselchen wird eine Art Müsli
angeboten. Kaffee macht man selbst mittels Pulver und
heißem Wasser, die Milch kommt ebenfalls aus der Dose.
Vorher gibt es Omelette je nach Geschmack: scharf mit
Gemüse oder süß mit Honig. Bitte – damit jetzt kein
Missverständnis aufkommt - wir sind keine verwöhnten
Europäer, die nach Afrika reisen und sich hier über die
kargen Verhältnisse mokieren. Aber der Tagespreis in der
Momella-Lodge ist alles andere als „karg“ (ich nenne
keine Zahlen) und steht absolut in keinem Verhältnis zum
Angebotenen. Aber wenn sich zwei Spinner wie wir etwas
in den Kopf setzen, dann müssen wir halt so was
akzeptieren.
Übrigens – wir waren
drei Tage lang die einzigen „à la carte“ Gäste. Schon
zum Nachdenken, wenn man abends im Speisesaal mit Platz
für 120 Personen alleine sitzt…
Nun, vergessen wir
Dollars und Preise und tauchen dafür ein in pure
Nostalgie rund um die ehemalige Farm von Hardy Krüger,
wo wir tatsächlich etliche Überbleibsel aus den
Drehtagen zum Film entdecken. Ausgiebige Wanderungen
entlang der National-Park Grenze bringen uns zum Hippo
Pond – zurzeit aber ausgetrocknet, auf einen Hügel mit
Aussicht zu den Momella Seen und ins Dorf mit der
verfallenen Anlage der Fleischfabrik samt deren
Kühlhäuser. Eine Wanderung zur nachbarlichen
Hatari-Lodge endet bei einem bewaffneten Wachtposten am
Zugang. „Wir wollen gerne die ehemaligen Wohnhäuser der
Familie Krüger sehen und eventuell einen Drink an der
Bar zu uns nehmen?“ so lautet unser bescheidener Begehr.
„Das ist nicht möglich, sie brauchen dafür eine
Reservierung und überhaupt ist es die Politik des
Hauses, das kein Fremder aufs Gelände darf“ meint der
resolute Mann. Dazu ist zu erwähnen, dass der Pächter
der Lodge Deutscher ist, mit einer Frau aus Namibia
verheiratet und Herausgeber eines Reiseführers ist,
welcher natürlich seine/ihre Lodge in den
höchsten Tönen lobt. Zu diesen Höhen zählt naturgemäß
auch der Preis. Und da passt es ganz und gar nicht zum
Ambiente, wenn zwei staubige Österreicher mit
Rucksack(!) hier auftauchen. Mal ganz ehrlich: in der
dörflichen Nuru Grocery mit angeschlossener Freiluftbar samt
Billardtisch schmeckt ein kühles Bier ja weit besser.
Dort betrachtet uns niemand als Fremde, dort sind wir
Gäste.
So sitzen wir an unserem
letzten Abend in Afrika vor der strohgedeckten Hütte,
wissen nun ganz genau, dass Elsa Martinelli nicht in ihr
logiert hat, blicken hinauf in Richtung Mount Meru, der
sich gerade wieder hinter Wolken verbirgt und vermuten
in der Ferne den Kilimanjaro, von dem wir uns jetzt auch
verabschieden. Das Tagebuch wird zugemacht und erst zum
Beginn dieser Geschichte, wenn wir zuhause wieder unsere
Erinnerungen hervorkramen, um alle oder zumindest die
meisten Gedanken daraus hier niederzuschreiben, ja dann
wird es geöffnet und uns stets daran erinnern, welch
wunderbare Zeit wir in einem ebenso wunderbaren Land mit
seinen wunderbaren Menschen verbringen durften. Und auf
dem zerknuddelten Reiseprogramm lesen wir noch ein
Sprichwort der Maasai, welches Hertha auserwählt hat um
„Ihre“ Reise zu begleiten:
„Enkong’u naipang’a eng’en“
„It is the eye which has travelled that is clever“
|
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Wandern
rund um Momella mit den verhüllten Gipfel des Mt. Meru
im Hintergrund |
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Die mit
Stroh gedeckten Rundhütten sind schon recht in die Jahre
gekommen |
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Nicht
gerade umweltfreundlich und energiesparend der
Heißwasser-Boiler |
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Der
Swimming-Pool wurde 1968 für verwöhnte Gäste aus Europa
und den USA errichtet |
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Ein
Speisesaal mit 120 Sitzplätzen - ganz allein sitzen zwei
Österreicher da drin |
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Das
Gebäude, wo Fleisch verarbeitet und gekühlt wurde,
zerfällt langsam |
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Hinter dem
Haupthaus von Momella steht noch ein Land-Rover aus den
1960er Jahren |
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Teile
eines Willi-Jeep, der im Film Hatari zum Einsatz kam |
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An den
Wänden in der Halle und in der Bar finden wir tolle
Bilder der Darsteller |
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Elsa
Martinelli, die in der Badewanne sitzend Besuch von
einem Elefanten bekam |
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Hardy
Krüger bewies viel Humor beim Umgang mit exotischen
Tieren |
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Eine
berühmte Szene: Elsa Martinelli und der zahme Gepard,
vor ihr das Raubein John Wayne |
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Neben der
Bar steht noch der Original-Kamin, der auch im Film oft
zu sehen ist |
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Das ist
zwar nicht John Wayne, aber der Whiskey im Glas ist echt |
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